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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bilanz Corona-Verstöße am Wochenende

Picknickkorb auf einer Wiese

Es bleibt kompliziert: Nach dem Hickhack um das öffentliche Picknicken und Sonnenbaden hat das Innenministerium nun erneut Stellung bezogen. Fazit: Sonnen ist erlaubt, eine Mahlzeit im Grünen wird in Corona-Zeiten zur Einzelfall-Prüfung.

Es scheint seit dem Wochenende die Gretchenfrage in der Corona-Krise zu sein: Nun sag, wie hast du’s mit dem Picknick?

Mit widersprüchlichen Aussagen zum tadellosen Verhalten im öffentlichen Raum sorgten die hessischen Behörden für allgemeine Verwirrung. Ist ein ausgiebiges Mahl im Freien auch in Zeiten von Corona erlaubt? Nein, stellte das in dieser Frage zuletzt ebenso gespaltene Innenministerium nun am Montag klar - freilich nicht, ohne ein Hintertürchen offen zu lassen.

"Ein Verzehren von Speisen im Park ist damit nicht vollkommen ausgeschlossen", erläuterte das Ministerium. Es komme auf den konkreten Einzelfall an. Familien oder zwei Personen, die eine kurze Rast einlegen und dabei etwas verzehren, sollen demnach nicht sanktioniert werden. Darüber hinausgehende Verabredungen zum Picknick oder gar Grillen und Feiern seien verboten. Sprich: Picknickdecke oder -korb sind tabu, beim Mitführen eines französischen Weichkäses gibt es eine behördliche Einzelfall-Begutachtung.   

Sonnenbaden bleibt erlaubt

Grund für das Verbot sei das Verhindern von Zusammenkünften, die auf eine längere Dauer ausgerichtet seien. Besonders dann, wenn sie an Stellen stattfänden, die dazu geeignet seien, dass sich dort eine größere Zahl von Menschen ansiedele. Das sei zum Beispiel in den innerstädtischen, öffentlich zugänglichen Parkanlagen der Fall und werde nicht geduldet.

Sonnenbaden, so viel scheint jetzt definitiv klar, ist im öffentlichen Raum hingegen nicht untersagt, wie ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage von hessenschau.de unterstrich. Aber auch hier gelte grundsätzlich, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und nicht in größeren Gruppen als zwei Personen außer in den bekannten Ausnahmefällen aufzutreten.

Unklarheiten am Wochenende

Am Wochenende hatte es in Bezug auf Grillen und Sonnenbaden widersprüchliche Aussagen gegeben. Nachdem in der Dritten Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus zunächst klar festgehalten wurde, dass "Feiern, Grillen oder Picknicken" im öffentlichen Raum verboten ist und gleich mehrere Polizeistationen zudem auf ein Niederlassen-zum-Sonnen-Verbot hinwiesen, folgte am Samstag die vermeintliche Kehrtwende.

Alles sei nur eine "Fehlinformation" gewesen, so eine Polizeisprecherin in Marburg: Das Sonnen in Parkanlagen sei erlaubt. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte zudem, dass auch gegen Picknicken unter Beachtung der Abstandsregeln weiterhin nichts einzuwenden sei. Am Sonntag gab es dann jedoch erneut Verwirrung: "Kein Picknick! Kein Grillen! Es bleibt dabei", twitterte die Polizei Frankfurt.

Polizei soll mit "Augenmaß" beurteilen

Das Innenministerium erläuterte dazu am Montag, die Verordnungen könnten nicht alle Details und jeden Einzelfall des täglichen Zusammenlebens regeln.

Sie sollen aber "eine verbindliche Richtschnur für die Bevölkerung und die Ordnungsbehörden geben, wie wir gemeinsam dazu beitragen können, Infektionsketten zu brechen und uns alle zu schützen." Dabei solle aber auch ein gewisses Augenmaß und die richtige Auslegung seitens der Polizei gewährleistet sein.

Wochenend-Bilanz mit 337 Verstößen

Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Hessen hält sich nach Angaben des Ministeriums an die Vorgaben. Jedoch seien von Freitag bis Sonntagmittag wurden von der hessischen Polizei 315 Fälle von Personengruppen registriert worden, die sich nicht an das geltende Kontaktverbot gehalten hätten.

Im gleichen Zeitraum seien 22 Verstöße gegen die Schließungen von zum Beispiel Restaurants, Bars, Sport- oder Freizeiteinrichtungen festgestellt worden. Die Betroffenen müssen nun mit Bußgeldern rechnen. Dieses kann seit dem 3. April bei Verstößen gegen die Verordnungen der Hessischen Landesregierung zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus verlangt werden.