Hechelnder Hund
Die diesjährigen Hundstage versprechen eine lange Hitzeperiode Bild © picture-alliance/dpa

Schnell noch mal durchatmen und durchlüften! Spätestens ab Mittwoch wird es noch heißer in Hessen - bis zu 36 Grad. Hoch Helmut sorgt dafür. Es wird uns wohl noch länger erhalten bleiben.

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Pünktlich zum Beginn der so genannten Hundstage (23. Juli bis 23. August) gibt der Sommer auch in Hessen Vollgas und erreicht Temperaturen von weit über 30 Grad. "Am Mittwoch werden bis zu 35 Grad erreicht, bis Freitag wird es vor allem im Rhein-Main-Gebiet bis zu 36 Grad warm", sagte hr-Meteorologe Tim Staeger am Montag über die kommenden Tage.

Tropische Nächte

Vor allem in den Städten wird es dann auch nachts kaum kühler als 20 Grad. "Wir sprechen dann von tropischen Nächten, die einen erholsamen Schlaf schwer machen", erklärte der hr-Wetterexperte. Doch auch tagsüber wird es für viele, die sich draußen aufhalten, anstrengend heiß. Staeger riet dazu, sich zu schonen, aber auch zu Nachbarschaftshilfe.

"Gerade ältere Menschen leiden unter der Hitze. Die Menschen sollten also ein Auge darauf haben, wie es ihren älteren Nachbarn geht." Wer sich trotz der Tropenhitze zu einer Wanderung entscheidet, sollte Vorsicht walten lassen, denn die Brandgefahr in Wald und Wiese ist nach der bereits langen Trockenperiode hoch.

"Wetterlage wie festgetackert"

Nach einer möglichen kurzen Temperaturdelle am Wochenende müssen die Hessen auch in der kommenden Woche mit einem ähnlich hohen Hitzeniveau rechnen. Hoch Helmut mitten über Deutschland gepaart mit heißer Luft aus Südeuropa sorgt für eine beständig heiße Wetterperiode.

"Die Wetterlage ist wie festgetackert", sagte Staeger, der auch mit einem überdurchschnittlich warmen August rechnet. "Die Prognosen sprechen momentan wenig dagegen."

Juli über dem Durchschnitt

Für gewöhnlich stehen mit Beginn der Hundstage Ende Juli und Anfang August die heißesten Tage des Jahres an. Doch die bisherigen Juli-Temperaturen liegen schon jetzt über den durchschnittlichen Vergleichswerten. Landesweit sei es bisher 2,5 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Mit 32,7 Grad war Bad Nauheim (Wetterau) am Montag sogar der heißeste Ort in ganz Deutschland, wie der DWD am Abend mitteilte. Knapp dahinter folgte mit 32,5 Grad Lingen in Niedersachsen.

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Hundstage

Sommerliche Hitzeperioden werden im allgemeinen Sprachgebrauch heute oft Hundstage genannt. Deutsche Kalender nennen konkret aber meist den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August. Mit Vierbeinern haben die Hundstage allerdings nur indirekt zu tun: Ihren Namen verdankt die sommerliche Hitzewelle dem Erscheinen des "Hundssterns" Sirius am Morgenhimmel. Dass der hellste Stern im Sternbild Großer Hund im Morgengrauen aufgeht, brachten die alten Griechen mit der sommerlichen Hitze in Verbindung.

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hr-Wetterexperte Staeger ergänzte: "Dieser Sommer hat das Zeug dazu, in derselben Liga wie der Rekord-Sommer 2003 zu spielen." Der große Unterschied zum Sommer 2003 ist laut hr-Wettermann: "Damals nahm die Hitze im Juli und August Fahrt auf, in diesem Jahr ist es aber bereits seit April zu warm." So gab es in Frankfurt bislang schon 49 Sonnentage mit Temperaturen von über 25 Grad. Knapp dahinter lagen Darmstadt und Offenbach mit 48 Sommertagen in diesem Jahr.

"Sommer im Klimawandel-Trend"

Während wir so lange anhaltende Hitzeperioden noch als Ausnahme empfinden, sieht der Wetterexperte eine klare Entwicklung: "Häufigere und länger anhaltende Hitzeperioden stehen in Verbindung mit dem Klimawandel", betonte Staeger: "Dieser Sommer liegt daher gewissermaßen im Klimwandel-Trend."

Während andere Regionen der Welt mit Unwettern als Folge des Klimawandels zu kämpfen haben, äußert sich dieser laut Staeger in Hessen wie in ganz Mitteleuropa in lang anhaltenden Hitzeperioden.