Ein 20-Jähriger ist in Frankfurt Opfer einer antisemitischen Attacke geworden. Zwei junge Männer sollen den Juden nach einem Discobesuch geschlagen haben. Dabei hatten sich die Beteiligten zunächst offenbar freundschaftlich unterhalten.

Blaulicht
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Judenfeindliche Attacke in der Frankfurter Innenstadt: Ein 20-Jähriger wurde nachts gegen 4.15 Uhr nahe der Hauptwache von zwei Männern angegriffen. "Aufgrund der Aussagen des Opfers gehen wir von einer antisemtischen Attacke aus", sagte eine Polizeisprecherin. Zunächst hatte die Bild-Zeitung über den Vorfall berichtet, der sich bereits am 7. September ereignet haben soll.

Der 20-Jährige war aus einer Disco gekommen und mit den beiden Männern ins Gespräch gekommen. Die Atmosphäre sei zunächst freundlich gewesen und dann plötzlich umgeschlagen, als der 20-Jährige sich selbst als "halber Israeli" vorgestellt habe. Beide Angreifer sollen daraufhin gesagt haben, sie seien Palästinenser. Die Zeitung berichtet von Schlägen mit der flachen Hand und einer Kopfnuss gegen das Opfer, das laut Polizei unverletzt davonkam.

Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung

Die Beamten haben die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Auch der Staatsschutz ermittelt in dem Fall. In den Polizeiberichten war der Vorfall in den ersten Tagen nach der Tat nicht aufgetaucht. Die Sprecherin sagte auf Nachfrage, das sei im Zuge der laufenden Ermittlungsarbeit nicht unüblich.

Das Opfer ist Mitglied der Jungen Liberalen (JuLi). Dort zeigt man sich betroffen: "Es ist erschreckend und nicht hinnehmbar", sagte der Frankfurter JuLi-Kreisvorsitzende Sven Holm. "Es muss in Frankfurt, ohne Konsequenzen jeglicher Art zu befürchten, möglich sein, zu seiner jüdischen Herkunft und zu seinem Glauben stehen zu können."

Auch Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) verurteilte den Vorfall. Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, sei dies auch ein Angriff "auf das gesellschaftliche Miteinander" in der Stadt. Aufgrund seiner großen jüdischen Tradition fühle sich Frankfurt besonders mit den in der Stadt lebenden Juden verbunden.

Sendung: hr1, 17.09.2018, 7.00 Uhr