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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Großeinsatz wegen Softair-Waffe

Polizeikräfte am Einsatzort in Frankfurt-Fechenheim

Großeinsatz der Polizei im Frankfurter Stadtteil Fechenheim: Augenzeugen hatten einen bewaffneten Mann in der Nähe einer Moschee gemeldet. Stunden später die Entwarnung. Es waren Jugendliche mit Softair-Waffen.

Im Frankfurter Stadtteil Fechenheim haben am Donnerstag drei Jugendliche mit einer Softair-Waffe einen Polizeieinsatz ausgelöst. Wie ein Sprecher mitteilte, riefen Augenzeugen am Morgen gegen 6.15 Uhr die Polizei an, weil sie auf der Straße drei verdächtige Männer gesehen hatten. Eine Person habe eine Waffe getragen.

Die Polizei rückte mit Dutzenden Beamten und einem SEK-Kommando nach Fechenheim aus. Das Gebiet, in dem sich auch eine Moschee befindet, wurde großflächig abgesperrt. In der Moschee befanden sich auch Gläubige. Am Donnerstag endet der Ramadan.

Mehrere Softair-Waffen in Wohnung

Nach Polizeiangaben stellten sich drei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren, nachdem sie sich vorher in einem Gebäude gegenüber der Moschee aufgehalten hatten.

In der Wohnung eines der Männer fanden die Beamten mehrere Softair-Waffen. Dabei handelt es sich um Spielzeugwaffen, die allerdings realistisch aussehen. Wegen dieses Fundes gab die Polizei Entwarnung. Es habe "zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Dritte" bestanden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Gegen 10.30 Uhr war der Einsatz beendet.

Der Ereignisort befand sich in unmittelbarer Nähe zu mehreren Moscheen. Es wurden sofort umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Besucher*innen der Moscheen oder andere Personen.

[zum Tweet]

Nach ihrer Vernehmung wurden die drei Männer entlassen. Laut Polizei wird nun geprüft, ob sie für die Einsatzkosten aufkommen müssen. Außerdem müssen sie mit einer Anzeige rechnen: Das öffentliche Tragen der echt aussehenden Waffen ist verboten.

Angespannte Situation nach Eskalation im Nahen Osten

Der Polizeieinsatz deutet an, wie angespannt die Situation nach der Eskalation des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern auch in Deutschland ist. In den vergangenen Tagen standen vor allem Synagogen im Fokus. So waren beispielsweise vor jüdischen Synagogen in Nordrhein-Westfalen israelische Flaggen angezündet worden. Außerdem wurde der Eingang eines jüdischen Gotteshauses mit Steinen beschädigt. Für Samstag ist eine umstrittene Palästinenser-Demonstration in Frankfurt angemeldet.

Wie ein Sprecher der Frankfurter Polizei sagte, könne man nicht ausschließen, dass Kriminelle die Situation ausnutzen und ihrerseits Moscheen in Deutschland ins Visier nehmen. Der gewaltsame Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab. Israels Luftwaffe habe ihrerseits Hunderte Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet attackiert. Auf beiden Seiten gab es Todesopfer.

Sendehinweis: hr-iNFO, 13.05.2021, 12 Uhr