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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Angeklagt wegen Mordes und Raubes: Prozessbeginn gegen Jugendliche

Landgericht Gießen

Zwei jungen Männnern wird vorgeworfen, im Streit um ein Drogengeschäft einen 18-Jährigen ausgeraubt und erstochen zu haben. Nun stehen sie deswegen vor dem Gießener Landgericht.

Vor dem Landgericht Gießen hat am Freitag der Prozess gegen zwei Jugendliche begonnen, die im Januar für den tödlichen Ausgang eines Streits mit einem 18-Jährigen verantwortlich gewesen sein sollen. Dieser war am 20. Januar vor einer Schule in Ranstadt (Wetterau) erstochen worden.

Dem 16-jährigen Angeklagten wird unter anderem Mord vorgeworfen, dem heute 18-jährigen anderen Angeklagten hält die Staatsanwaltschaft schweren räuberischen Diebstahl vor. Da zur Tatzeit beide Angeklagten noch minderjährig waren, findet der Prozess vor einer Jugendstrafkammer ohne Zuschauer statt.

Staatsanwaltschaft: Raub war geplant

Nach Verlesung der Anklageschrift hätten sich beide aber "zum objektiven Geschehensablauf" geständig geäußert, teilte ein Gerichtssprecher mit. Dass er seinen Kontrahenten töten wollte, habe der 16-Jährige allerdings verneint.

Die beiden Angeklagten sollen sich mit dem Opfer zu einem angeblichen Drogengeschäft verabredet haben. Der Plan sei aber nicht gewesen, die bestellte Menge an Marihuana tatsächlich zu bezahlen, sondern das Opfer "abzuziehen", ist die Staatsanwaltschaft überzeugt.

Wie die Wetterauer Zeitung unter Berufung auf einen Gerichtssprecher berichtet, gaben die beiden Angeklagten vor, dem 18-Jährigen 100 Gramm Marihuana für 800 Euro abkaufen zu wollen. Im Verlauf des Treffens sei es zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen.

Anklage lautet auf Mord aus Habgier

Der jüngere Angeklagte zückte nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein Messer und stach es dem 18-Jährigen elf Zentimeter tief in die Seite. Der junge Mann starb an seiner schweren Verletzung. Kurz darauf wurden die beiden damals 16 und 17 Jahre alten Verdächtigen gefasst.

Die Staatsanwaltschaft geht beim 16-Jährigen von Mord aus Habgier und zur Ermöglichung einer Straftat aus. Fünf Verhandlungstage sind dafür vorgesehen.

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