Wolf spaziert über eine Wiese

Sieht aus wie einer – ist auch einer! Eine Spaziergängerin hat im Kreis Marburg-Biedenkopf einen jungen Wolf gesehen. Sie konnte das Tier mit dem Handy filmen.

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"Ich bin immer noch total glücklich, dass ich rein zufällig diese Beobachtung gemacht habe", sagt Bianca Tabery. Ihr lief der Wolf beim Spaziergehen zwischen Bad Endbach und Steffenberg im Kreis Marburg-Biedenkopf über den Weg, und sie hielt den Moment mit dem Smartphone fest. Der Naturschutzbund Hessen (NABU) bestätigt Taberys Beobachtung.

"Bei bei dem gefilmten Tier handelt es sich zweifelsfrei um einen jungen Wolf", sagt der Stellvertretende Landesgeschäftsführer Mark Harthun. Man freue sich über diese Nachricht sehr beim NABU, schließlich handele es sich beim Wolf um ein Art, die über hundert Jahre als ausgestorben galt und nun auf natürliche Weise zurückkehre.

Noch gibt es kein Rudel in Hessen

Derzeit sind Wölfe nach Angaben des NABU nur Besucher oder Durchreisende in Hessen, ein festes Rudel gebe es noch nicht. Bis zu 70 Kilometer schaffen die Tiere am Tag. In den vergangenen zehn Jahren sei es rund zehn Mal vorgekommen, dass ein echter Wolf gesehen wurde.

Ein Wolf, der gut vier Jahre lang im Reinhardswald lebte, war ein Einzeltier und verstarb dort auch, ohne ein Rudel gebildet zu haben. "Wir können uns aber gut vorstellen, dass sich auch mal ein Männchen und ein Weibchen in Hessen über der Weg laufen. Die könnten dann für Nachkommen sorgen", sagte Harthun. Die Bedingungen in den Wäldern seien gut, Vegetation und vor allem Nahrung reichlich vorhanden. "Es gibt definitiv zu viele Rehe hier, eine Rückkehr des Wolfes wäre eine große Entlastung für die Fortswirtschaft."

Keine Angst und Kamera drauf halten

Der NABU rät, bei der Begegnung mit einem Wolf besonnen zu reagieren. Es gelte Abstand zu halten, das Tier nicht zu bedrängen und auf keinen Fall zu füttern. Wenn sich ein Wolf allzu neugierig nähere, könne man stehen bleiben, laut rufen und in die Hände klatschen, um das Tier zu verteiben.

Die Chancen allerdings, den Jungwolf, der Bianca Tabery vor die Linse lief, auch zu treffen, sind laut NABU sehr gering. Und wenn doch? "Am besten ist ein Beweisfoto oder Video, das können die Wolfsexperten dann auswerten."

Sendung: hr4, 28.2.2019, 18 Uhr