Das völlig zerstörte Auto des Opfers
Das völlig zerstörte Auto des Opfers Bild © picture-alliance/dpa

Drei JVA-Beamte standen wegen der tödlichen Geisterfahrt eines Gefängnis-Freigängers in Limburg vor Gericht. Zwei von ihnen hat das Landgericht wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

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Im Prozess gegen drei Justizvollzugsbeamte hat das Landgericht Limburg am Donnerstag sein Urteil gesprochen. Zwei der Angeklagten sprach das Gericht eine Mitschuld am Tod einer 21 Jahre alten Frau zu, die Opfer der Geisterfahrt eines Freigängers auf der B49 geworden war.

Gegen die beiden Beamten - einen Mann und einen Frau - wurden wegen fahrlässiger Tötung Freiheitsstrafen von jeweils neun Monaten auf Bewährung verhängt. Das Gericht folgte der Anklage, wonach die beiden "pflichtwidrig" entschieden, dass der Häftling im Gefängnis im nahe Limburg gelegenen rheinland-pfälzischen Diez in den offenen Vollzug wechseln und dort bleiben konnte.

Freigänger baute tödlichen Unfall

Einen weiteren männlichen Beamten sprach das Gericht frei. Die Verteidiger hatten Freisprüche für alle drei Angeklagten gefordert.

Die Verurteilten hatten entschieden, den Häftling in den offenen Vollzug zu verlegen. Der führerscheinlose Häftling war im Freigang ins Auto gestiegen und bei Limburg vor einer Polizeikontrolle geflohen.

Neue Straftaten "hochwahrscheinlich"

Er krachte als Geisterfahrer auf der Bundesstraße 49 in den Wagen der 21-Jährigen, die bei dem Unfall starb. Der Mann wurde später wegen Mordes verurteilt.

"Man darf nur jemanden in offenen Vollzug verlegen, wenn neue Straftaten nicht zu erwarten sind", sagte der Vorsitzende Richter. In diesem Fall seien neue Straftaten jedoch höchst wahrscheinlich gewesen.