Winterwanderung Taunus

Traumhaftes Wanderwetter ist für das Wochenende vorhergesagt. Doch Ausflüge zum Großen Feldberg fallen aus, weil Bäume von der Schneelast zu brechen drohen. Andernorts wird vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt.

Nach tagelangen Schneefällen, Regenschauern und Grau-in-Grau jetzt nun die ersehnten Sonnenstrahlen: Am Wochenende kündigt sich ideales Wetter zum Spazierengehen oder Wandern an. Zwar bleibt es mit maximal 2 Grad weiterhin recht kalt, doch die Sonne scheint häufig und wird nur durch wenige Wolken gestört. Während am Samstag vor allem der Süden des Landes in den Genuss des trockenen, sonnigen Winterwetters kommt, gilt dies am Sonntag verbreitet in ganz Hessen.

Doch in manchen Regionen ist Vorsicht angesagt: Zum einen sind in einigen Wintersportgebieten Zufahrten gesperrt, zum anderen wird vor Gefahren durch Schnee- oder Eisbruch gewarnt. Obendrein herrscht nach wie vor die Sorge, dass bei zu vielen Ausflüglern die Corona-Regeln nicht eingehalten werden können.

Werra-Meißner-Kreis befürchtet Ansturm

So rief der Werra-Meißner-Kreis auf, "Winteraktivitäten nicht nur auf den Hohen Meißner zu konzentrieren, um einen Besucheransturm zu vermeiden". Angesichts der Wetterlage seien die Parkplätze auf dem Hohen Meißner nur eingeschränkt verfügbar, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Wie bereits an den vergangenen Wochenenden würden bei Überlastung die Zufahrten gesperrt. Zudem sind die Zufahrten zum Berggasthof und zum Naturparkhaus weiterhin gesperrt. Beide Ziele seien nur zu Fuß zu erreichen.

Straße zum Großen Feldberg gesperrt

Im Taunus sind Zufahrten gesperrt worden, weil Bäume entlang der Straßen rund um den Großen Feldberg durch Schnee- und Eislast zu brechen drohen. Betroffen ist die Landstraße zwischen Sandplacken und Rotes Kreuz. Auch mit dem Bus (Linie 57) kommt man nicht mehr zu den beliebten Ausflugszielen, die beiden Haltestellen "Niederreifenberg Windeck" und "Niederreifenberg Großer Feldberg" werden schon seit Dienstag nicht mehr angefahren.

Aufgrund des extremen Winterwetters herrsche auf den Wanderwegen die Gefahr, dass Äste brechen und Bäume umstürzen, warnt der Taunus Touristik Service auf seiner Homepage. Zudem seien Parkflächen und Wanderwege stellenweise stark vereist.

Willingen ist gerüstet für Ausflügler

Im Wintersportgebiet Willingen (Waldeck-Frankenberg) etwa ist die Lage für Ausflügler hingegen entspannter. Hier sind die Wanderwege gewalzt und Loipen gespurt. Wintersportfreunde finden hier ein großes Streckennetz. "Wir befürchten keinen Ansturm, weil der Schnee anders als zum Jahreswechsel momentan überall liegt", sagt Norbert Lopatta, Leiter des Tourismus und Kulturbetriebs der Upland-Gemeinde.

Man nehme es, wie es komme. "Die Leute werden das Wetter genießen, aber wir hoffen, dass sich die Menschen auf verschiedene Regionen verteilen." Allerdings ist Ski-Abfahrt weiterhin nicht möglich: Sämtliche Ski-Lifte und Seilbahnen sind aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen.

Warnungen vor Betreten von Eisflächen

Ob im Norden oder Süden des Landes: Wer entlang von Gewässern die Sonne genießen will, sollte grundsätzlich besonders vorsichtig sein. Mehrere Kommunen, Feuerwehren oder Rettungsdienste warnen vor dem Betreten von Eisflächen. "Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten", appellierte etwa die Feuerwehr in Romrod (Vogelsberg).

Vorsicht sei nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiten Oberflächen und bewachsenem Ufer geboten. Auch an Ein- und Ausflüssen könne die Eisdicke plötzlich abnehmen. "Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis dünn sein", hier drohe Einbruchgefahr, so die deutliche Warnung.

Auch die Stadt Marburg warnt eindringlich davor, Eisflächen zu betreten. Trotz des starken Temperaturfalls seien die Eisdecken nicht tragfähig. Es bestehe akute Lebensgefahr. Man solle sich weder der gefrorenen Oberfläche eines fließenden noch eines stehenden Gewässers nähern.

Zwei Menschen in Eis eingebrochen

Wie gefährlich die Situation werden kann, zeigt ein Fall aus Höchst an der Nidder (Wetterau). Dort waren am Donnerstag zwei Spaziergänger ins Eis eingebrochen. Laut Feuerwehr waren sie auf einer vom Hochwasser überschwemmten Auenwiese rund um die Nidder unterwegs gewesen, wo das Wasser großflächig gefroren war. Die Feuerwehr konnte die beiden Verunglückten mithilfe einer Trage aus dem Eis ziehen. Sie kamen mit einer starken Unterkühlung ins Krankenhaus.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter, 12.02.2021, 19.15 Uhr.