Sujet Springerstiefel Neonazi Rechtsextremismus
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Jahr für Jahr messen Neonazis aus ganz Deutschland ihre Kräfte auf einer illegalen Kampfsportveranstaltung. Diesmal soll der "Kampf der Nibelungen" in Hessen steigen. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert.

Was anmutet wie der Titel einer Wagner-Oper, ist in Wahrheit der Name einer rechtsextremen Kampfsportveranstaltung. Der "Kampf der Nibelungen" ist ein Neonazi-Event, bei dem Rechtsextreme aus Deutschland, Frankreich und Russland illegal in den Ring steigen und die Fäuste fliegen lassen. Im vergangenen Jahr soll die verbotene Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen über die Bühne gegangen sein.

Jetzt liegen den hessischen Sicherheitsbehörden Erkenntnisse vor, wonach die Kampfsportveranstaltung demnächst in Hessen stattfinden soll. Als Datum nennen Polizei und Verfassungsschutz den 14. Oktober. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Rundbrief des hessischen Innenministeriums an die Kommunen vor. Darin warnen die Sicherheitsbehörden Städte und Gemeinden vor der Neonazi-Kampfveranstaltung. Es werde mit Hochdruck ermittelt, wo das Treffen mit vermutlich Hunderten von Teilnehmern geplant ist.

Das wichtigste Kampfevent in der Neonazi-Szene

Die Verantwortlichen in den Kommunen sollten besonders wachsam sein und sensibel auf mögliche Anfragen für die Anmietung von Turnhallen, Festsälen und Räumlichkeiten in Gaststätten reagieren. Der "Kampf der Nibelungen" sei nicht nur die wichtigste, sondern nach derzeitigem Erkenntnisstand auch die einzige große Kampfsportveranstaltung im rechtsextremistischen Spektrum, erklärte das Ministerium in Wiesbaden.

Seit dem Jahr 2013 soll es diese Kampfsportveranstaltung geben, auch im Internet werde dafür konspirativ geworben. Gelinge es den Rechtsextremisten, sich an einem Ort zu etablieren, so entwickelten sich häufig überregional attraktive Szenetreffs, warnten die Sicherheitsbehörden. Oftmals würden in dem Umfeld dann auch Straftaten begangen. Kampfsport ist schon länger in unter Neonazis, zu deren Ideologie neben Rassismus auch die Verherrlichung von Gewalt und Kraft gehört.

Sendung: hr-iNFO, 29.09.2017, 15 Uhr