Streunerkatze
Streunen ja, aber nur noch kastriert: In Kassel gilt ab Samstag eine Katzenschutzverordnung. Bild © picture-alliance/dpa

In Kassel müssen freilaufende Katzen künftig kastriert sein. Die Stadt erließ eine entsprechende Verordnung, um der großen Zahl verwilderter Hauskatzen Herr zu werden. Letztlich hätten die Tiere selbst den größten Nutzen davon, hieß es.

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Rund 2.500 sogenannte Streunerkatzen leben auf dem Kasseler Stadtgebiet. Dabei handelt es sich um ausgesetzte oder entlaufene Hauskatzen beziehungsweise deren Nachkommen, die in verschieden großen Populationen auf verlassenen Grundstücken, Friedhöfen oder in Kleingartenanlagen leben. Die geschätzte Zahl von 2.500 Streunerkatzen hatte Ordnungsdezernent Dirk Stochla (SPD) bereits vor über einem Jahr bekannt gegeben.

Nun wird die von der Stadt lange geplante Katzenschutzverordnung in die Tat umgesetzt. Die Verordnung gilt ab diesem Samstag, wie Stochla am Freitag in einer Pressemitteilung verkündete. Danach dürfen die Halter von Hauskatzen ihren Tieren nur noch unkontrollierten Freilauf gewähren, wenn sie kastriert, gekennzeichnet und registriert sind.

Reine Wohnungskatzen nicht betroffen

Die Stadt verspreche sich damit "eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der frei lebenden Katzen, einen Rückgang ihrer Population und damit letztlich auch eine Entlastung der Tierheime und privater Tierschutzorganisationen", wird Stochla in der Mitteilung zitiert. Betroffen seien grob geschätzt rund 5.000 Hauskatzen mit Freigang. Reine Wohnungskatzen sind von der Verordnung nicht betroffen.

Stochla wies darauf hin, dass Katzen seit 10.000 Jahren Haus- und keine Wildtiere seien und ohne menschliche Unterstützung dauerhaft nicht auskämen. Mangelnde ausreichende Nahrung und fehlende tierärztliche Versorgung führten bei den Streunerkatzen zu Leid, Krankheiten und Tod, was durch die unkontrollierte Vermehrung noch gesteigert werde.

Katzenhalter müssen trotz des kurzfristigen Inkrafttretens der Verordnung aber nicht beunruhigt sein. Die Maßnahme habe zunächst stark appellativen Charakter, betonte Stochla. Bei Verstößen wolle die Stadt zunächst auf Überzeugungsarbeit setzen. Erst danach folgten die Androhung eines Zwangsgeldes und schließlich - bei erneutem Verstoß - eine Strafgebühr von 250 Euro.