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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klippensturz von Sanremo vor Gericht

Der Hafen von San Remo in Italien mit Bergen im Hintergrund.

Eine Studentin aus Kassel stürzt 2018 im Italien-Urlaub von einer Klippe und liegt wochenlang im Koma. Ein Mann steht im Verdacht, sie hinuntergestoßen zu haben. Seit Dienstag wird ihm im italienischen Imperia der Prozess gemacht.

Die damals 21 Jahre alte Kasseler Studentin war im Sommer 2018 von einer 50 bis 70 Meter hohen Klippe im Küstenort Sanremo in Ligurien gestürzt. Dabei verletzte sie sich so schwer, dass sie drei Wochen lang im künstlichen Koma lag. Erst zwei Stunden nach dem Sturz war sie von der Strandaufsicht entdeckt worden.

Ein 32 Jahre alter Mann steht im Verdacht, die Studentin von der Klippe gestoßen zu haben. Laut einer italienischen Nachrichtenagentur hatten die beiden den Abend zusammen verbracht. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft und beteuert seine Unschuld.

Seit Dienstag muss er sich nun vor einem Gericht in der Provinzhauptstadt Imperia verantworten. Dem Mann werden ein versuchter sexueller Übergriff und Körperverletzung vorgeworfen. Er ist nach hr-Informationen polizeilich bekannt.

Studentin immer noch traumatisiert

Die Kasseler Studentin leidet bis heute unter den Folgen des Klippensturzes. Wie ihre Mutter dem hr sagte, fällt ihr das Laufen immer noch schwer. Außerdem sei sie psychisch traumatisiert und könne nicht über den Fall sprechen. Die Studentin wohne zwar in einer eigenen Wohnung, sei aber immer noch auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen.

An dem Prozess in Italien nimmt die Familie nach eigenen Angaben nicht persönlich teil - auch aus Sorge vor emotionaler Belastung. Sie wird von einem italienischen Anwalt vertreten. Wie der Anwalt mitteilte, will das Gericht die Studentin im Juni per Videoschalte anhören.

Sendung: hr1, 03.03.2020, 12.10 Uhr