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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Keine Großevents und Partys: So plant Fulda den Corona-Hessentag 2021

Das Fuldaer Hessenags-Paar Vera Vogt und und Max Dudyka

Der Hessentag 2021 in Fulda wird coronabedingt anders. Keine Party- und Tanzveranstaltungen, keine Konzertarena mit großen Musik-Acts. Die Stadt Fulda präsentierte ihr vorläufiges Konzept und versprach Kreativität.

Die Botschafter für den Hessentag 2021 sind am Dienstag in Fulda vorgestellt worden. Ein Paar – sie Polizeibeamtin (29), er Personaler (31) – aus Osthessen sollen als Hessentags-Paar das Landesfest repräsentieren. Einblicke wurden aber auch in das Konzept gewährt – bis hin zur Frage, wie viel Tanz, Party und sogar Alkoholgenuss überhaupt erlaubt sein werden.

Die Planungen des 60. Hessentags, der vom 21. bis 30. Mai 2021 in Fulda laufen soll, nehmen Gestalt an. Doch die Organisation wird massiv vom Coronavirus beeinflusst. Wie groß und ausgelassen, wie frei von pandemiebestimmten Zwängen gefeiert werden kann - das vermag derzeit noch niemand vorherzusehen.

Prüfung im März wird richtungsweisend

Derzeit gehen die Organisatoren davon aus, dass der Hessentag zu 100 Prozent stattfinden wird. Doch die Planungen würden laufend geprüft, betonte die Stadt. Eine der letzten großen Prüfungen im März ist richtungsweisend. Denn im April sollen die Aufbauarbeiten beginnen.

Fulda versucht sich auf alle Eventualitäten einzurichten. Die Stadt skizzierte dazu am Dienstag ihr vorläufiges Konzept. Es soll "flexibel auf die jeweiligen Corona-Bedingungen reagieren", wie es hieß.

"Kein Hessentag light"

Fuldaer Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) wehrte sich auf Anfrage gegen die Bezeichnung "Hessentag light" und sagte: "Wir sind froh, dass wir trotz Corona überhaupt einen Hessentag planen können. Wir nehmen dabei die geltenden Rahmenbedingungen als Grundlage." Er betonte: "Wir müssen davon ausgehen, dass wir auch in neun Monaten noch mit der Pandemie leben müssen."

Wingenfeld erklärte, dass ein umfangreiches Hygienekonzept das Fundament der Planungen bilde. "Die Gesundheit steht an oberster Stelle." Die Kernpunkte dabei: Abstandsregelungen, Steuerung und Regulierung des Zutritts sowie Vermeidung von Warteschlangen. Besucherströme sollen mit einem digitalen Ampelsystem geregelt werden.  

Einschräkungen: keine Groß-Konzerte und Partys

Große Einschränkungen im Vergleich zu den vorigen Landesfesten sind aber jetzt schon klar. Es wird keine Party- und Tanzveranstaltungen geben. Konzerte ja – aber noch ungewiss ist, wie viele Besucher dabei sein dürfen. Es wird keine klassische Konzert-Arena geben, in denen sich Tausende tummeln. Das sei nicht wirtschaftlich und planbar, sagte Wingenfeld.

Zum Thema Alkohol-Ausschank ist noch keine Linie gezogen. Der OB sagte aber, dass Einschränkungen möglich seien. Damit soll erreicht werden, dass es keine feucht-fröhlichen (Sauf-)Gelage gibt und die Corona-Regeln besser eingehalten werden können.

Komfortabler Quartiers-Charakter

Es werden auch keine Gemeinschafts- und Gruppenunterkünfte wie etwa Schulen, Turnhallen, Container genutzt. OB Wingenfeld erläuterte: "Wir setzen auf einen themenbezogenen Hessentag im komfortablen Quartierscharakter zum Wohlfühlen, Entdecken und Genießen."

Der Hessentag konzentriert sich auf drei Quartiere – eine Hessentags-Straße wird es nicht geben. "Wir planieren nirgendwo eine Wiese und setzen ein Zelt drauf", sagte Dominik Höhl als einer der Hessentags-Beauftragten der Stadt. Bestehende Veranstaltungsorte würden genutzt.

Landesausstellung auf der Ochsenwiese

Das Herzstück im Quartier I (Wissen & Bildung) ist die Landesausstellung mit Festhalle. Sie bietet auf der Ochsenwiese Behörden, Organisationen, Fraktionen im Landtag, staatlichen Einrichtungen und Unternehmen die Möglichkeit, sich zu präsentieren.

Im Quartier II (Natur & Familie) in der Fulda-Aue präsentiert sich die Sonderschau "Natur auf der Spur" mit Kinderland und regionalen Initiativen. Im Quartier III (Kultur & Genuss), im Barockviertel gelegen, soll der Bereich vor dem Fuldaer Dom zum regionalen Schaufenster werden. Je nach Entwicklung der Corona-Lage können Besucher getreu dem Motto "Foll hessisch" (dem hiesigen Hessentags-Motto) regionale Kulinarik und Kultur kredenzt werden, wie die Stadt schreibt.

Events im Streaming erlebbar

Beim Corona-Hessentag gehe es darum kreativ zu sein, neue Formate zu entwickeln. Deswegen sollen auch Veranstaltungen über das Internet übertragen werden. Überhaupt solle Digitalisierung großgeschrieben werden. Ebenso der Nachhaltigkeits- und Umweltgedanke, wie Wingenfeld sagte.

Für Fulda soll sich der Hessentag als großes Förder- und Konjunkturprogramm erweisen, hofft der Oberbürgermeister. Mindestens 6,5 Millionen Euro fließen vom Land für Förderprojekte. Rund zwei Millionen Euro gibt für die Durchführung. Und bis zu vier Millionen Euro werde die Stadt als Eigenbeitrag investieren.  

Millionenschwere Investitionen

Für den Hessentag soll die Stadt nicht nur partiell aufgehübscht werden. Es entsteht auch viel Neues. Unter anderem wird mit einem millionenschweren Förderprogramm das Radwege-Netz verbessert. In der Fulda-Aue entsteht derzeit neben der Bundesstraße 254 eine Radbrücke, die im kommenden Frühjahr fertiggestellt werden soll. Die Wege im Schlossgarten – einer der mondänen Vorzeige-Orte Fuldas – werden neu gemacht.

Bei allem mittendrin und dabei sein wird das Hessentags-Paar. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt ein Auswahlverfahren gestartet. 16 Bewerbungen waren eingegangen – und Vera Vogt (29) und Max Dudyka (31) setzten sich bei der Jury-Entscheidung durch.

Hessentags-Paar auch privat ein Paar

Vogt und Dudyka sind auch privat ein Paar. Sie wohnen in der Fuldaer Innenstadt und stammen aus dem Landkreis Fulda. Sie ist in Eiterfeld-Betzenrod aufgewachsen, arbeitet als Verwaltungsbeamtin für das Polizeipräsidium Fulda.

Schon als Kind stand Vera Vogt beim Hessentag 2000 in Hünfeld mit dem Sänger Rolf Zuckowski auf der Bühne. Auf dem Hessentag in Kassel wurde sie seinerzeit als Landesbeamtin im Polizeidienst vereidigt.

Fachtsnachtserprobt und bühnensicher

Das Fuldaer Hessentags-Paar Vera Vogt und Max Dudyka

Ihr Partner Max Dudyka stammt aus Hofbieber in der Rhön. Er arbeitet als Niederlassungsleiter in der Personalbranche. Seine ganze Familie ist fastnachtserprobt und entsprechend bühnensicher, begründete die Stadt.

"Wir freuen uns auf ein ganz tolles Erlebnis", sagte Vera Vogt zu ihren Erwartungen. Das neue Hessentags-Paar hatte am Dienstag auf jede Frage eine – mehr oder minder kreative -  Antwort. Doch auf die Frage, wann nach vier Jahren endlich geheiratet werde, entgegnete Max Dudyka ausweichend: "Oha, diese Frage gehört hier nicht her."

Sendung: hr4, 18.08.2020, 15.30 Uhr