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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das Frankfurter Parkhaus "Am Gericht" wird mit Kameras ausgestattet.

Parkhaus

Kennzeichen-Kameras sollen in einem Frankfurter Parkhaus künftig das Ticket ersetzen und Warteschlangen reduzieren. Wer bezahlt hat, darf fahren. In Hanau hat sich ein ähnliches Prinzip bereits bewährt.

Staus an den Schranken, umständliches Rangieren beim Ausfahren und teure Gebühren wegen verlorener Parktickets: Wer sein Auto regelmäßig in Parkhäusern in der Innenstadt abstellt, kennt das vermutlich. Im Frankfurter Parkhaus "Am Gericht" soll deshalb ab kommenden Montag ein neues Parksystem getestet werden - ohne Papierscheine, dafür mit Kameras, die die Kennzeichen der Autos erfassen.

Tickets müssen die Autofahrer dann nicht mehr ziehen. Hinter den Schranken seien Kameras am Boden installiert, die das Kennzeichen erfassen, sagt Michael Bachmann, Geschäftsführer der städtischen Parkhaus-Betriebsgesellschaft (PBG). Beim Bezahlen geben die Kunden nur noch ihr Kennzeichen am Kassenautomaten ein. Auch bei der Ausfahrt geht es künftig schneller: Statt umständlich am Ticketautomaten halten zu müssen, scannen die Kameras das Kennzeichen während der Fahrt. Wenn bezahlt wurde, öffnet die Schranke automatisch.

Weniger Müll und Wartungskosten

Eingesetzt werde dabei die Technik des Anbieters Hermann Automation aus Mengerskirchen (Limburg-Weilburg), dessen Systeme die PBG bereits seit Jahren nutze. Das Lesen der Kennzeichen über das neue Kamerasystem sei kaum störanfällig, sagt Bachmann.

Sollte das Kennzeichen einmal nicht erkannt werden, weil es beispielsweise von Matsch oder Schnee bedeckt ist, bleibe die Schrank unten und die Kunden erhielten an der Einfahrt wie gewohnt ein Parkticket, das sie dann später am Automaten bezahlen könnten.

Bei sieben Millionen Kurzparkern im Jahr falle in den 32 von der PBG betriebenen Frankfurter Parkhäusern eine Menge Papier für die gedruckten Tickets an, sagt Bachmann. Mit dem neuen digitalen System lasse sich daher Abfall vermeiden. Die Ticketautomaten seien außerdem wartungsintensiv, auch hier erhofft sich die städtische Gesellschaft Einsparungen.

Datenschutz sei gewährleistet

Die gefilmten Autokennzeichen würden sofort verschlüsselt und die Daten bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus wieder gelöscht, teilte die PBG mit. Vor der Einfahrt würden die Parkenden darauf hingewiesen, dass ihre Autokennzeichen erfasst und verarbeitet werden. Die PBG halte die Datenschutzgrundverordnung ein und stehe unter Aufsicht der Datenschutzbehörde des Landes Hessen.

In Zukunft könnte das neue Kamerasystem auch in anderen Parkhäuser für Entlastung sorgen, sagt Geschäftsführer Michael Bachmann - etwa an der Alten Oper, wo es sich nach Veranstaltungen häufig staue. Dazu muss sich das neue System "Am Gericht" aber erst einmal beweisen.

Videoerfassung auch in Hanau und Wiesbaden

Andere hessische Städte wie Hanau und Wiesbaden setzen in ihren Parkhäusern ebenfalls auf Kennzeichenerfassung. In Hanau ist in fünf Parkhäusern Kameratechnik im Einsatz. Dort ziehen Autofahrer zwar weiterhin Parkscheine bei der Einfahrt, diese werden aber mit den gefilmten Kennzeichen verknüpft, weshalb es bei der Ausfahrt deutlich schneller geht - das bezahlte Ticket muss nämlich nicht mehr in einen Automaten geschoben werden.

Die Erfahrungen seien positiv, die Kennzeichen würden zu 97 Prozent richtig erkannt, teilte die Hanauer Parkhaus GmbH auf hr-Anfrage mit. Man wolle in den kommenden zwei Jahren alle restlichen Parkhäuser, Tiefgaragen und Parkplätze mit der Kameratechnik ausstatten.