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Drogen-Ermittlungen gegen Polizisten

Bei einem Einsatz ist die Ludwigshafener Polizei auf hessische Kollegen getroffen - und auf jede Menge Drogen. Wie jetzt bekannt wurde, fanden sie fast ein Kilo Marihuana und zwei Kilo Amphetamine. Die hessischen Beamten waren offenbar für einen Musikvideo-Dreh angereist.

Die erste Meldung zu diesem ungewöhnlichen Einsatz der Polizei in Ludwigshafen kam in der vergangenen Woche. Von einer "nicht unerheblichen Menge Betäubungsmittel", die die Polizisten in einer Wohnung gefunden hatten, war dort die Rede. Und: von zwei Beamten der hessischen Bereitschaftspolizei, die sich dort aufhielten.

Nun gibt es weitere Details zu dem Fall, die ihn nicht minder kurios erscheinen lassen. Es geht um: eine große Menge an Drogen, Kampfgeräusche, einen Musikvideo-Dreh und gefälschte TÜV-Plaketten.

Marihuana und Amphetamin

Die beiden Beamten aus Hessen waren offenbar zum Dreh eines Musikvideos ins rheinland-pfälzische Ludwigshafen gereist. Das bestätigte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal dem hr. Sie sollten dort wohl als Komparsen mitwirken. Zuerst hatte die Frankfurter Rundschau berichtet.

Gemeinsam mit 14 anderen haben sie sich demnach am 20. Juni in einer Privatwohnung getroffen. Weil Nachbarn Schreie und Kampfgeräusche hörten, verständigten sie die Polizei. Die rückte an und fand in der Wohnung unter anderem 925 Gramm von etwas, bei dem es sich - wie es der Sprecher formulierte - nach Aussehen und Geruch allem Anschein nach um Marihuana handelte.

Auch zwei Kilogramm einer weißen Substanz entdeckten die Polizisten. Ein erster Vortest habe positiv auf Amphitamin reagiert. Weitere Tests werden laut Staatsanwaltschaft aktuell im Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz durchgeführt.

Gefälschte TÜV-Plaketten?

Ein weiterer Fund gelang den Beamten im Kofferraum des Autos eines der hessischen Kollegen. In dem ehemaligen Streifenwagen fanden sie vier Paar Autokennzeichen. Bei den aufgeklebten Landessiegeln und den TÜV-Plaketten bestehe der Verdacht, dass sie gefälscht seien, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dazu laufen.

Unklar sei auch noch, welche Art von Bekanntschaft zwischen den 14 Personen und den beiden Bereitschaftspolizisten bestehe.

Strafverfahren und Disziplinarverfahren

Gegen die beiden hessischen Polizisten läuft ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Außerdem ist nach Angaben des hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums von vergangener Woche ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Die disziplinarrechtlichen Ermittlungen seien jedoch bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt.

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