Blumen und Stofftiere am Tatort
Blumen und Stofftiere am Tatort in Mörlenbach Bild © picture-alliance/dpa

Die beiden nach einem Brand in Mörlenbach tot aufgefundenen Kinder sind zuvor eines gewaltsamen Todes gestorben. Das hat die Obduktion ergeben. Mordverdächtig sind die Eltern.

Das zehnjährige Mädchen und ihr 13 Jahre alter Bruder wurden getötet. Die Leichen der beiden Kinder waren am Freitagmorgen von Feuerwehrleuten in einem brennenden Haus in Mörlenbach (Bergstraße) gefunden worden. Die Obduktion der Leichen ergab nun, dass die Kinder schon vor dem Brand tot waren und eines gewaltsamen Todes starben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Dienstag mit.

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Die Spurensicherung vor dem Wohnhaus in Mörlenbach. Bild © hr

Die Obduktion und die bisherigen Ermittlungen hätten die Annahme bestätigt, dass die Kinder "infolge von stumpfer und scharfer Gewalt gestorben sind". Die Eltern, der 58 Jahre alte Vater und die 46 Jahre alte Mutter, waren am Freitag aus einem Auto mit laufendem Motor in der Garage des brennenden Hauses gerettet worden. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen.

Die beiden hätten gegenüber dem Haftrichter bisher keine Angaben gemacht, berichtete die Staatsanwaltschaft. Unklar ist nach wie vor, wo im Haus der Brand entstanden ist. Über Einzelheiten zum Tathergang und die Hintergründe der Tat machte die Behörde keine Angaben: Die Ermittlungen dauerten an.

Massive finanzielle Probleme

Die Ermittler gingen bisher davon aus, dass finanzielle Probleme die Eltern zu einer Verzweiflungstat getrieben haben könnten. Das Haus im Ortsteil Bettenbach war nach Angaben eines Insolvenzverwalters zwangsversteigert worden und sollte am vergangenen Freitag den neuen Besitzern übergeben werden. Einem Nachbarn zufolge waren die Geldprobleme der Familie im Ort bekannt. So seien ein Motorboot und teure Autos des Zahnarzt-Paares vor etwa einem halben Jahr abgeholt worden.

Sendung: hr-iNFO, 04.09.2018, 10.20 Uhr