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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schlag gegen Kinderpornographie

DVD mit Aufschrift Kndrprngrf, Symbolfoto kinderpornografische Fotos im Internet

Im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Kindesmissbrauch und Kinderpornografie sind in der vergangenen Woche hessenweit 54 Wohnungen durchsucht worden. Die Beschuldigten sind zwischen 16 und 76 Jahre alt.

In Zusammenhang mit Sexualverbrechen an Kindern und Jugendlichen sind in Hessen in der vergangenen Woche 54 Wohnungen durchsucht worden. Wie das Hessische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag mitteilte, sind die Beschuldigten zwischen 16 und 76 Jahre alt. Ihnen werde sexueller Missbrauch von Kindern oder Erwerb, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie zur Last gelegt.

Demnach wurden unter anderem 51 PCs und Laptops, 100 Smartphones und 80 USB-Sticks sichergestellt. Eine Auswertung der Speichermedien soll zeigen, ob die Beschuldigten Fotos und Videos von Missbrauchstaten selbst gefertigt oder kinderpornografisches Material geteilt haben.

An den Durchsuchungen waren laut LKA 258 Ermittlerinnen und Ermittler beteiligt. 20 Beschuldigte seien vernommen worden, darunter auch ein bereits polizeibekannter Mann aus Mittelhessen. In seinem Haus seien zahlreiche SIM-Karten und Handys sichergestellt worden, unter anderem deponiert im Brotkasten und in Creme-Döschen.

Neues Gesetz erleichtert Ermittlungen

Bei den Durchsuchungen handelte es laut LKA sich um eine Schwerpunktmaßnahme der "Besonderen Aufbauorganisation für fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern" (BAO Fokus). Diese nahm im Oktober 2020 ihre Arbeit auf.

Seither wurden insgesamt 711 Durchsuchungsbeschlüsse und zwölf Haftbefehle vollstreckt. In der BAO FOKUS arbeiten über 130 Ermittlerinnen und Ermittler, sie ist organisatorisch im LKA angesiedelt. Über den dortigen Führungsstab wird eine landesweite Einsatzmaßnahmen koordiniert.

Zudem sorgt ein im März vom Bundestag beschlossenes neues Gesetz dafür, dass es im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen künftig keine minderschweren Fälle gibt und Verfahren nicht mehr wegen Geringfügigkeit eingestellt werden können.

Auch haben Polizei und Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen wegen sexueller Gewalt gegen Kinder mehr Befugnisse erhalten. Dadurch können sie etwa die Telefon- und Internetkommunikation von Verdächtigen künftig besser überwachen.

Sendung: hr3, 25.05.2021, 12.00 Uhr