Polizisten auf der Mülldeponie in Flörsheim

Auf einer Mülldeponie hat die Polizei Knochen einer seit Oktober vermissten Frau aus Frankfurt gefunden. Ihr Mann soll sie getötet haben.

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Im Fall der vermissten Frau aus Frankfurt-Nied ist die Polizei auf der Suche nach sterblichen Überresten im Müll des Deponieparks Flörsheim-Wicker (Main-Taunus) fündig geworden. Bei umfangreichen Durchsuchungen eines etwa 20.000 Tonnen großen Schlackebergs wurden Menschenknochen gefunden, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Bild-Zeitung hatte zuvor berichtet.

DNA-Untersuchungen bestätigten, dass es sich um Knochen der bereits seit dem 23. Oktober vermissten 43-Jährigen handelt.

Blutspuren in der Wohnung

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den 37 Jahre alten Ehemann, die Frau in der Nacht zum 24. Oktober in der gemeinsamen Wohnung getötet zu haben.

Der Verdacht gründe sich auf seine widersprüchlichen Angaben und auf Blutspuren, die in der Wohnung gesichert wurden, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Im Zuge der Ermittlungen hatte es laut Polizei Hinweise gegeben, dass der Leichnam "möglicherweise in den Abfallkreislauf gelangt" sei.

Gegen den 37-Jährigen wird weiter wegen Verdachts des Totschlags ermittelt. Der Mann sitzt seit Mitte November in Untersuchungshaft. Er soll seine Frau getötet haben, um frei für seine neue Beziehung zu sein. Gestanden hat er die Tat bislang nicht.

Bereits 2015 Knochenteile auf Deponie gefunden

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Polizeiautos vor der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker
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Die Suche nach Leichenteilen auf der Deponie in Flörsheim-Wicker hatte für die Polizei in einem anderen Fall 2015 schon einmal zum Erfolg geführt. Damals wurden dort Knochenteile einer getöteten 22-Jährigen gefunden. Ihr damals 23 Jahre alter Ex-Freund hatte eine Woche nach ihrem Verschwinden gestanden, sie umgebracht und ihre Leiche in den Hausmüll gesteckt zu haben.

Das Landgericht Frankfurt verhängte wegen Totschlags eine Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten gegen ihn. Anhaltspunkte, die Tat als Mord einzustufen, sah das Gericht nicht. Auch der Umstand, dass der Mann die Leiche in die Mülltonne geworfen hatte, wurde ausdrücklich nicht strafverschärfend gewertet. "Spuren verwischen darf jeder Täter", sagte der Vorsitzende Richter.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 13.01.2020, 19.30 Uhr