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Audioseite 3G-Kontrollen im Frankfurter ÖPNV

Eine ältere Frau (M) wird während einer Kontrolle der 3G-Maßnahmen im Frankfurter ÖPNV zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in einer Haltestelle kontrolliert.

Wegen der Corona-Pandemie müssen Fahrgäste in Bussen und Bahnen nun nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Wer das nicht kann und erwischt wird, muss ein Ordnungsgeld zahlen. Wie kommt das bei den Menschen an?

Am Dienstagnachmittag wird die U-Bahnhaltestelle Höhenstraße im Frankfurter Nordend zum regelrechten Kontroll-Nadelöhr. Nicht wegen der üblichen Fahrschein-Kontrollen - sondern weil durch das verschärfte Infektionsschutzgesetz nun 3G im öffentlichen Nahverkehr gilt: Wer die Busse und Bahnen nutzen will, muss genesen oder geimpft sein oder einen gültigen Negativ-Test vorzeigen können.

"Da fühle ich mich in der Bahn auch sicherer"

Eine Frau überreicht dem Kontrolleur erst einmal einen Strauß Tannengrün und eine Einkaufstüte, um ihre Hände frei zu haben und aus den Tiefen ihrer Handtasche Impfpass, Personalausweis und Fahrkarte zutage zu fördern. Eine ältere Frau dagegen hat ihren gelben Impfausweis bereits gezückt. Gegen die Kontrollen hat sie nichts einzuwenden. "Da fühle ich mich in der Bahn auch sicherer", sagt sie. "Es ist ein besseres Gefühl."

Überall an den Eingängen der Station an der Einkaufmeile Berger Straße, vor den Rolltreppen und auf den Bahnsteigen, stehen Männer und Frauen in den Uniformen des Sicherheitsteams der Verkehrsbetriebe. Die Kontrolleure des Prüfdienstes werden verstärkt durch Stadt- und Länderpolizei. Sie kontrollieren aber nicht nur, wer einsteigen will. Auch wer die Station ohne Nachweis verlassen will - also ohne Nachweis mit der U-Bahn gefahren war - muss wegen dieser Ordnungswidrigkeit ein Ordnungsgeld in Höhe von 100 Euro bezahlen.

Polizei und VGF wollen Präsenz zeigen

Dasselbe gilt für Fahrgäste, die in den zeitgleich zusammen mit der Polizei kontrollierten Bussen keinen Nachweis vorlegen können. "Unser vorrangiges Ziel ist es, mit den gemeinsamen Kontroll-Aktionen in Bus und Bahn das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in der Öffentlichkeit weiter zu stärken", sagt der Frankfurter Vize-Polizeipräsident Björn Gutzeit.

Natürlich könnte angesichts des täglichen Fahrgastaufkommens nicht überall und flächendeckend kontrolliert werden, räumt Thomas Wissgott, Geschäftsführer der Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF, ein. Doch es gelte, Präsenz zu zeigen, wie bei einer ähnlichen Aktion in der vergangenen Woche und einer Kontrolle in Offenbach am Vortag.

Der Anteil der Fahrgäste, die keinen 3G-Nachweis mit sich führten, habe dabei bei etwa fünf Prozent gelegen - teilweise handelte es sich um Vergesslichkeit. Andererseits fühlten sich im Gegensatz zu notorischen Schwarzfahrern, denen durchaus klar sei, dass sie bewusst "falsch" handelten, ein großer Teil der Ungeimpften ohne Test im Recht.

Kontrollen auch in anderen hessischen Städten

Frankfurt ist nicht der einzige Ort von Sonderkontrollen. So gab es nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) auch bereits Schwerpunktkontrollen in Gießen, Offenbach, Dietzenbach, Wiesbaden, Darmstadt, Hanau sowie in den S-Bahnen. 

In den kommenden Wochen seien weitere Kontrollen an verschiedenen Orten im Verbundgebiet wie auch im Regionalverkehr geplant, sagte ein Sprecher. "Zwischen 90 und 95 Prozent, somit der weitaus größte Teil der Fahrgäste, konnten den 3G-Nachweis erbringen", heißt es beim RMV. "Ein weiterer Teil konnte glaubhaft versichern, lediglich den Nachweis vergessen zu haben." Auch die Mund-Nase-Bedeckung habe sich bei den weitaus meisten Fahrgästen durchgesetzt. Mittlerweile trügen rund 99 Prozent der Fahrgäste die vorgeschriebene Schutzmaske.

Eine positive Bilanz zieht auch der Nordhessische Verkehrsverbund NVV. Die zehn Teams, die seit zwei Wochen Schwerpunktkontrollen vornehmen, hatten nur wenige Regelverstöße festgestellt. "Es müssen nur cirka ein bis fünf Prozent der kontrollierten Personen das Fahrzeug verlassen", sagte die Pressesprecherin am Dienstag.

Verständnis und Wut

In Frankfurt hat ein junger Mann Glück bei der Kontrolle. Er wird darauf aufmerksam gemacht, dass seine Monatskarte abgelaufen ist und verhindert mit einem Gang zum Fahrkartenautomaten 60 Euro Bußgeld. Für die 3G-Kontrollen hat er vollstes Verständnis. "Wir haben nun mal Corona. Da muss man auch was machen."

Ganz anders eine etwa 60-jährige Frau, die laut schimpfend von der Kontrolle wegstürmt und sich noch auf der Rolltreppe die Maske vom Gesicht reißt. Sie ist nicht geimpft und hatte auch keinen Test bei sich. Es sei "eine Unverschämtheit, was uns hier alles zugemutet wird", empört sie sich. Eine andere Frau hat ganz andere Sorgen: "Ich hoffe, die Tests und Impfnachweise sind jetzt bald fälschungssicher."

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