Polizei Frankfurt

Die registrierten Kriminalfälle in Frankfurt gehen leicht zurück, die Aufklärung liegt auf einem Höchststand - aber auch die Zahl der Tötungsdelikte ist so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik für 2019 hervor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizeipräsident Bereswill stellt Kriminalstatistik für Frankfurt vor

Gerhard Bereswill
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Die registrierte Kriminalität in Frankfurt ist leicht zurückgegangen. Das ist das Ergebnis der jährlichen Kriminalitätsstatistik, die die Frankfurter Polizei am Montag vorgestellt hat. Demnach sank die Zahl der festgestellten Fälle 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent - auf insgesamt 114.421 Fälle.

Die Aufklärungsquote liege auf einem Höchststand von 69,2 Prozent, sagte Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill bei der Präsentation der Zahlen. Besonders erfreulich sei der Rückgang bei der Straßenkriminalität und bei den Wohnungseinbrüchen, da sich dieser Bereich besonders auf das subjektive Sicherheitsgefühle der Menschen auswirke.

Meiste Tötungsdelikte seit 30 Jahren

Im Gegensatz dazu nahmen die versuchten oder vollendeten "Straftaten gegen das Leben" jedoch deutlich zu - also Mord, Totschlag oder fahrlässige Tötung. Diese Taten liegen auf dem höchsten Niveau seit fast 30 Jahren. Insgesamt wurden 78 Fälle registriert (davon wurden 17 Taten vor 2019 begangen). Das entspricht einem Zuwachs von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Einen Zuwachs gab es bei Betrugsfällen zum Nachteil älterer Menschen und bei der politisch motivierten Kriminalität. Das betreffe sowohl die Kriminalität von Rechts als auch von Links, sagte Polizeipräsident Bereswill.

Bereswill: "Sicherste aller Zeiten, die wir je hatten"

Erfreulich sei hingegen der Rückgang im Bereich Straßenkriminalität. Dort sanken die Fallzahlen in den letzten fünf Jahren um rund 25 Prozent. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche habe sich seit 2014 mehr als halbiert und liege nun auf dem historischen Tiefstand von 1.072 Fällen. "Wir leben in den sichersten aller Zeiten, die wir je hatten - in Deutschland und in Frankfurt", bilanzierte Bereswill.

Negativ beeinflusst worden sei die Statistik von einem Großverfahren aus dem Jahr 2018, das teilweise erst 2019 aufgeklärt wurde. Ohne dieses Verfahren gegen drei Beschuldigte, die mit einem Fake-Shop bundesweit rund 30.000 Kunden prellten, wäre die Kriminalstatistik laut Polizei noch besser ausgefallen.

In ganz Hessen weniger Straftaten

Auch hessenweit verbesserte sich die Sicherheitslage 2019 deutlich. Mit 364.833 Straftaten wurden knapp 8.000 Fälle weniger (minus 2,1 Prozent) als im Jahr zuvor gezählt, wie das Innenministerium bereits im Februar mitteilte. 65,2 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Delikte wurden demzufolge aufgeklärt - so viele wie noch nie seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

Sendung: hr-iNFO, 09.03.2020, 15:20 Uhr