Abgedecktes Dach in Rodgau-Hainhausen

Es waren Schäden in Millionenhöhe, die ein schweres Unwetter vor zwei knapp Wochen im Rhein-Main-Gebiet angerichtet hat. Jetzt will das Land Hessen denen helfen, die es besonders hart traf. Die Aktion ist allerdings auf sieben Städte und Gemeinden begrenzt.

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Umgekippte Bäume, abgedeckte Dächer, verbeulte Autos und vollgelaufene Keller: Ein heftiges Unwetter mit starkem Regen, Hagel und Fallwinden hat am 18. August im Rhein-Main-Gebiet Schäden in Millionenhöhe hinterlassen, vor allem im Kreis Offenbach. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, die Aufräumarbeiten dauern immer noch an. Nun steht fest: Das Land wird Betroffene finanziell unterstützen.

"Es kommt jetzt darauf an, für schnellstmögliche Hilfe zu sorgen", teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag mit. Deshalb sollten nun die Schäden zügig begutachtet werden, damit Gelder dort ankommen, wo sie gebraucht würden.

Sieben Kommunen kommen infrage

Der Kreis derjenigen, die auf finanzielle Hilfe hoffen können, ist allerdings klar begrenzt. Profitieren können laut der Mitteilung des Ministeriums Bürger, Betriebe oder auch Vereine in sieben Städten und Gemeinden des Landkreises Offenbach:

  • Dreieich
  • Dietzenbach
  • Heusenstamm
  • Langen
  • Rodgau
  • Seligenstadt
  • Egelsbach

Für diese Kommunen ist auf Antrag der Offenbacher Kreisverwaltung eine sogenannte Finanzhilfeaktion angelaufen. Voraussetzung dafür: Ein Elementarereignis wie das Unwetter muss in einem größeren Gebiet gewütet und eine größere Zahl an Menschen durch Schäden an Gebäuden, Hausrat oder Betriebseinrichtungen betroffen haben.

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Geholfen wird außerdem einzig bei solchen Schäden, die von den Betroffenen nachweislich aus eigener Kraft nicht behoben werden können, für die kein Versicherungsschutz besteht und der Abschluss einer Versicherung nicht zumutbar gewesen wäre. Geld für Schäden innerhalb der Wohnung oder an Luxusgegenständen gibt es nicht.

Jeder Bürger habe nun die Möglichkeit, sich zu melden. "Wir werden die Anträge online stellen", sagte Urula Luh, Sprecherin des Landkreises Offenbach. Geschädigte hätten dann eine Frist von vier Wochen, um die Hilfe zu beantragen.

Auch Soforthilfen

Hilfen werden nach Angaben des Kreises Offenbach gewährt, wenn der Schaden über 5.000 Euro liegt, aber maximal bis zu einem Betrag von 30.000 Euro. "In dringenden Notlagen können im Einzelfall auch sogenannte Soforthilfen in Höhe von bis 10.000 Euro gewährt werden", heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Dies gilt, wenn durch die Schäden zum Beispiel Konkurs oder Obdachlosigkeit droht. Auch einkommensschwache Familien mit Kindern könnten hiervon Gebrauch machen.

Ein Baum fiel während des Unwetters am Sonntag auf einen Transporter in Rodgau-Jügesheim (Kreis Offenbach)

Eine Schadenskommission mit Sachverständigen sowie Vertretern der betroffenen Kommunen und des Regierungspräsidiums Darmstadt wird die Anträge begutachten. Am Ende steht ein Vorschlag, welche Antragsteller zum Zuge kommen sollten. Welche Summe insgesamt fließt, ist laut Ministerium noch offen. Einen gedeckelten Etat für die Hilfsaktion gebe es nicht.

Mehr als 1.300 Einsätze

Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und andere Organisationen waren während des sonntäglichen Unwetters bei mehr als 1.300 Einsätzen unterwegs. Bahn- und Straßenverkehr waren an manchen Orten noch in den folgenden Tagen gestört. Längere Sperrungen oder massive Behinderungen gab es zum Beispiel auf der ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim und auf der B486 bei Dreieich (Offenbach).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 29.08.2019, 16.45 Uhr