Der Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf am Dienstag.
Der Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf nach dem Unglück. Bild © Rainer Battefeld,hr

Im Sommer 2015 verletzte sich ein Mädchen beim Sprung von einem sogenannten Freefall-Tower so schwer, dass es wenig später starb. Nun müssen sich die Betreiber der Anlage in Gießen vor Gericht verantworten.

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hs

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Dreieinhalb Jahre nach dem Unfall eines Mädchens in einem Kletterpark in Schotten (Vogelsberg) hat der Prozess gegen die Betreiber wegen fahrlässiger Tötung begonnen. Es sei für sie nach wie vor "unglaublich, dass so ein schreckliches Unglück bei uns passiert ist", sagte einer der beiden Angeklagten zu Beginn der Verhandlung am Dienstag vor dem Landgericht Gießen.

Die Zwölfjährige war laut Anklage im August 2015 bei einem Sturz von einem Sprungturm von dem mit Luft gefüllten Sprungkissen abgeprallt und mit dem Kopf auf einem Felsen aufgeschlagen. Dabei verletzte sich das Kind so schwer, dass es nach einem Monat im Koma starb.

Sicherheitsmängel?

Die Staatsanwaltschaft wirft den Betreibern vor, Sicherheitsvorkehrungen missachtet zu haben - unter anderem hätten in der Nähe des Kissens keine Steine liegen dürfen. Die 42 und 44 Jahre alten Angeklagten sagten aus, die Felssteine seien damals von den Beteiligten nicht als Problem wahrgenommen worden. "Wenn jemand nur ansatzweise gedacht hätte, dass jemand über den Airbag hinausspringen kann, hätten wir solch eine Veranstaltung nie gemacht."

Die Angeklagten betonten auch, dass die Anlage mit dem Luftkissen von einer österreichischen Firma gemietet worden sei. Diese habe die Anlage aufgebaut, technisch abgenommen und auf Nachfragen versichert, der Sprungturm sei sicher. Gegen die Firma wird ebenfalls ermittelt.

Mutter bricht in Tränen aus

Die Mutter des Kindes brach während der Zeugenvernehmung in Tränen aus. Ihre Tochter hatte den Ausflug von ihrer besten Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das Urteil in dem Prozess wird im März erwartet.