Die Täter lauerten den Opfern im Flur des Hauses in Frankfurt-Griesheim auf.
Die Täter lauerten den Opfern an ihrem Haus in Frankfurt-Griesheim auf. Bild © Michael Seeboth (hr)

Wegen Raubmordes an einem Schmuckhändler und versuchten Mordes an dessen Ehefrau hat das Landgericht Frankfurt drei Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die Männer waren laut Urteil besonders brutal vorgegangen.

Das Frankfurter Landgericht verurteilte am Donnerstag drei Männer wegen Raubmordes und versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen acht und zwölf Jahren. Die Männer hatten vor einem Jahr ein Schmuckhändler-Ehepaar in Frankfurt überfallen und schwer misshandelt. Der Mann starb an den Verletzungen.

Zwei weitere Mittäter in Haft

Zwölf Jahre hinter Gitter muss ein 27-Jähriger. Die beiden Mittäter im Alter von 20 und 21 Jahren, die als Heranwachsende eingestuft wurden, erhielten jeweils acht und achteinhalb Jahre Haft. Der 27-Jährige entging der lebenslangen Haft, die bei Mord eigentlich zwingend ist, nur dank seiner Kooperation mit den Behörden.

Er nannte der Polizei den Namen eines vierten Mittäters, dem die Flucht gelungen war. Einem fünften Mann, der Schmiere stand, kamen die Behörden ebenfalls auf die Spur. Beide Männer sitzen in Auslieferungshaft.

Täter gingen extrem brutal vor

Der Vorsitzende Richter sprach in seiner Urteilsverkündung von extremer Brutalität und massiver Gewalteinwirkung auf die Opfer. Die Täter mussten also zu jeder Zeit mit dem Tod der Opfer rechnen.

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Die drei Männer hatten dem Ehepaar im Oktober vergangenen Jahres vor dessen Haus im Stadtteil Griesheim aufgelauert. Sie drängten die beiden sich heftig wehrenden 78-Jährigen ins Haus und schlugen und traten nach Überzeugung des Richters massiv auf sie ein. Danach fesselten die Männer die schwer verletzten Opfer.

Der 78 Jahre alte Mann war kurze Zeit später an seinen Verletzungen gestorben, seine gleichaltrige Ehefrau überlebte schwerverletzt. Die Angeklagten erbeuteten 6.400 Euro und 5.000 Schweizer Franken.

Anklage will in Revision gehen

Mit ihrem Urteil blieben die Richter deutlich unter der Forderung des Staatsanwaltes. Er hatte Freiheitsstrafen zwischen zwölf und 13 Jahren und neun Monaten gefordert. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, sie werde Revision gegen das Urteil prüfen. Die Anklagevertretung hatte in ihrem Plädoyer auf die Brutalität der Tat hingewiesen. Selbst langjährige Kriminalbeamte hätten so etwas noch nicht erlebt.

Sendung: hr-iNFO, 04.10.2018, 15 Uhr