Justiz

Der Versuch, sich von ihrem Ehemann zu emanzipieren, endete für eine 31 Jahre alte Frau aus Oberursel tödlich: Ihr Mann tötete sie mit 24 Messerstichen - und wurde nun zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wegen der heimtückischen Ermordung seiner Ehefrau in Oberursel (Hochtaunus) hat das Frankfurter Landgericht am Mittwoch einen 41 Jahren alten Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 

"Die Frau hatte keine Chance, sie war arg- und wehrlos", sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer in seiner Urteilsbegründung.

Der Mann hatte im Oktober 2017 in der gemeinsamen Wohnung in Oberursel seine Frau mit 24 Messerstichen getötet. Sie starb noch am Tatort vor den Augen ihrer Kinder und ihres Neffen. 

Frau stirbt vor den Augen der Kinder

Nach Überzeugung der Richter hat der Angeklagte die Bluttat aus einer Mischung aus Eifersucht, Hass, Wut und Verzweiflung begangen. Die unterdrückte Frau hatte laut Urteil versucht, ein bisschen selbständiger zu werden. Sie habe unter anderem harmlose Fotos im sozialen Netzwerk Instagram gepostet. Darüber geriet das Paar immer wieder in Streit.

Einer dieser Streits eskalierte: Während die Kinder des Paares im Wohnzimmer fernsahen, stach der Mann dem Urteil zufolge in der Küche 24 Mal auf seine Ehefrau ein. Der Neffe alarmierte die Polizei, doch für die 31-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Tatort vor den Augen ihrer Kinder.

Angeklagter ein "stiller Despot"

Die Aussage des Mannes, es habe sich um eine Affekttat gehandelt, nahmen ihm die Richter nicht ab. Der Vorsitzende Richter bezeichnete den Angeklagten als "stillen Despoten", der sich mit dem neuen Selbstbewusstsein seiner Frau nicht abfinden konnte. "Der erste Versuch der Ehefrau, sich so etwas wie Emanzipation zu verschaffen, endete tödlich", konstatierte der Richter.

Sendung: hr-iNFO, 28.11.2018, 17 Uhr