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Im Mordprozess um einen Familienstreit in Hanau hat das Gericht die Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihr mitangeklagter damaliger Lebensgefährte erhielt neun Jahre Haft.

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Das Hanauer Landgericht hat am Freitag eine Frau und ihren damaligen Lebensgefährten zu langen Haftstrafen verurteilt. Die 32-Jährige muss wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Gegen den 54-Jährigen verhängte das Gericht neun Jahre Haft wegen Beihilfe zum Totschlag.

Vier Schüsse durch verglaste Eingangstür

Eröffnet worden war der Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Rache und niedrigen Beweggründen. Der 54-jährige Mann war laut Staatsanwaltschaft der "tatprofitierende Hintermann". Er soll die Waffe besorgt und verwahrt haben. Die 32-Jährige soll zum Wohnhaus des Opfers gefahren sein und den Mann am Abend des 7. Septembers 2013 heimtückisch erschossen haben.

Nach dem Klingeln wurden vier Schüsse durch die verglaste Eingangstür abgefeuert, als das Opfer schemenhaft zu erkennen war. Eine Kugel traf den Mann am Arm, zwei in den Bauch. Der vierfache Familienvater verblutete wenig später im Krankenhaus.

Es ging um das Familienerbe, um 40.000 Euro

Hintergrund der Tat soll ein langjähriges familiäres Zerwürfnis gewesen sein. In dessen Verlauf soll das spätere Opfer seine Ehefrau – die Schwester des Angeklagten - dazu veranlasst haben, eine erbrechtliche Zivilklage gegen den Angeklagten zu führen, die dessen wirtschaftliche Existenzgrundlage gefährdet haben soll. Die Schwester hatte auf Anraten ihres Mannes ihren Bruder auf Zahlung ihres Anteils am Familienerbe verklagt. Es ging um 40.000 Euro.

Der Rechtsanwalt der zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Frau kündigte an, Revision einlegen zu wollen. Es sei ein "krasses Fehlurteil". Die Staatsanwaltschaft will das Urteil mit Blick auf den nur zu Beihilfe zum Totschlag verurteilten Angeklagten prüfen.

Sendung: hr-iNFO, 07.09.2018, 14 Uhr