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Amokfahrer von Berlin soll dauerhaft in Psychiatrie

Im Juni war ein Autofahrer in Berlin in eine Schülergruppe aus Bad Arolsen gefahren. Eine Lehrerin wurde dabei getötet, mehrere Schüler zum Teil schwer verletzt. Nun zeigt ein Gutachten: Der mutmaßliche Täter ist wohl schuldunfähig.

Nach der Todesfahrt auf dem Kurfürstendamm in Berlin mit einer Toten und zahlreichen Schwerverletzten legt ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten die Schuldunfähigkeit des 29 Jahre alten Tatverdächtigen nahe. Anfang Juni war dabei eine Lehrerin aus Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg) ums Leben gekommen, zahlreiche Menschen, darunter viele Schüler aus Nordhessen, wurden verletzt.

Die Staatsanwaltschaft habe deshalb einen Antrag im sogenannten Sicherungsverfahren beim Landgericht Berlin eingereicht, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Ein solches Verfahren wird angestrebt, wenn der mutmaßliche Täter etwa wegen einer psychischen Erkrankung während der Tat schuldunfähig gewesen sein könnte.

Sollte sich die Schuldunfähigkeit des Mannes in der Hauptverhandlung bewahrheiten, "bestünde keine strafrechtliche Verantwortlichkeit", teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. In diesem Fall strebe sie an, dass der Beschuldigte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werde. Es sei zu befürchten, dass er ohne Behandlung weitere gefährliche Taten begehen werde.

51-Jährige getötet, 16 Menschen verletzt

Der 29-Jährige soll am 8. Juni mit einem Auto auf dem Ku'damm in der Nähe des Breitscheidplatzes laut Staatsanwaltschaft zunächst "bewusst" in eine Schülergruppe aus Bad Arolsen gefahren sein. Dabei starb die 51 Jahre alte Lehrerin. Ein Kollege sowie zwölf Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden verletzt, manche lebensgefährlich.

Danach setzte der Täter die Fahrt fort und fuhr ungebremst über die Einmündung der Marburger Straße hinweg auf den gegenüberliegenden Gehweg. Dort erfasste er zwei Männer und eine schwangere Frau und verletzte sie ebenfalls schwer. Schließlich krachte der Mann mit dem Fahrzeug in die Schaufensterscheibe eines Parfum-Geschäfts.

Paranoide Schizophrenie

Der Beschuldigte ist seither in einem Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. Der Mann leide an einer paranoiden Schizophrenie, hatte die Staatsanwaltschaft seinerzeit zur Begründung der Unterbringung erklärt.

Sie wirft dem Mann in dem Antrag unter anderem vollendeten "Heimtückemord" sowie 16-fachen Mordversuch vor.

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