Holzschild mit Aufschrift "Teufelsee"

Im Kriminalfall Ayleen müssen die Ermittler noch grundlegende Fragen klären. Über den mutmaßlichen Täter gibt es weitere Details. Wir sagen, was bisher bekannt ist.

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Fall Ayleen – Verdächtiger soll auch andere Schülerin belästigt haben

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Ende vergangener Woche hatte die Polizei die Leiche von Ayleen im Teufelsee in Echzell (Wetterau) entdeckt. Die Schülerin aus Südbaden war zuvor mehrere Tage vermisst worden. Eine Übersicht des Falls und alle Fakten, die bislang bekannt sind:

Vermisstensuche

Die 14 Jahre alte Ayleen war am Abend des 21. Juli in Gottenheim (Baden-Württemberg) verschwunden. Eine Suche der Polizei auch mit Hunden und Polizeihubschrauber brachte in der Heimatgemeinde des Mädchens keine Ergebnisse.

Fundort der Leiche

Über Handydaten führte die Spur des Mädchens nach Hessen. Auswertungen von Chatverläufen brachten die Verbindung zum 29-jährigen Tatverdächtigen. Die Auswertung seiner Handydaten habe dann einen längeren Aufenthalt am Teufelsee ergeben, sagte der Gießener Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger. Daraufhin seien Einsatzkräfte der Kriminalpolizei auch mit einem Hubschrauber zu dem See geschickt worden, wo sie am Freitag, 29. Juli, die im See treibende, leblose Ayleen entdeckten.

Festnahme und Tatvorwurf

Der 29 Jahre alte Tatverdächtige aus Waldsolms (Lahn-Dill) wurde noch am gleichen Tag in Frankfurt festgenommen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Diese lauten: Entziehung Minderjähriger, sexuelle Nötigung und Mord in Verdeckungsabsicht.

Ermittlungen

Die Ermittlungen im Fall Ayleen würden noch Wochen dauern, prognostizierte der Leiter der Freiburger Staatsanwaltschaft, Dieter Inhofer, bei einer Pressekonferenz am Montag. Einer der Gründe dafür: Es müsse massenweise Datenmaterial ausgewertet werden, erklärte der Freiburger Kriminaldirektor Arno Englen.

Fest steht, dass der Tatverdächtige und das Mädchen sich aus Chats in sozialen Netzwerken und dem Online-Spiel Fortnite kannten.

Unklar ist der genaue Tatablauf. So weiß die Polizei noch nicht, ob die 14-Jährige freiwillig zu dem Mann ins Auto stieg. Auch der Tatort ist bislang ungeklärt, ebenso wie die Todesursache. Weil die Leiche tagelang im Wasser lag, konnten hessische Rechtsmediziner noch nicht klären, woran die Schülerin starb. Weitere Untersuchungen sind nötig.

Mutmaßlicher Täter

Der 29-Jährige, der aus Waldsolms (Lahn-Dill) stammt, war 2007 als Jugendlicher für zehn Jahre wegen eines versuchten Sexualdelikts an einer 11-Jährigen in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen. Nach seiner Entlassung 2017 stand er unter Führungsaufsicht. Diese war durch das Amtsgericht Frankenberg (Eder) zunächst auf drei Jahre festgelegt worden.

Das Amtsgericht Wetzlar verlängerte die Aufsicht im Januar 2020 auf unbefristete Zeit. Dagegen legte der 29-Jährige Beschwerde ein, die Aufsicht wurde von drei auf fünf Jahre verlängert, bis Januar 2022. Die Führungsaufsicht endete somit am 25. Januar 2022. In der Zeit der Aufsicht sei er mit Verkehrsdelikten und wegen Diebstahls aufgefallen, nicht aber mit Sexualdelikten, erklärte ein Gerichtssprecher.

Weitere Vorwürfe

Mittlerweile wurde bekannt, dass der Verdächtige im April ein anderes Mädchen belästigt haben soll. Der Staatsanwaltschaft Gießen liegt seit Dienstag, 2. August, eine Strafanzeige wegen des Verdachts der versuchten Nötigung vor. Demnach soll der 29-Jährige versucht haben, eine 17-Jährige unter anderem durch Textnachrichten zu einer Beziehung zu drängen. Anfang Mai sei Strafanzeige bei der Polizei in Friedberg (Wetterau) erstattet worden. Warum diese Anzeige der Staatsanwaltschaft Gießen erst seit Dienstag vorliegt, blieb vorerst offen.

Zu den verschiedenen Maßnahmen nach dieser Anzeige habe auch eine Gefährderansprache gehört – ein Mittel, um Verdächtigen deutlich zu machen, dass die Polizei sie im Blick hat. Nach der Anzeige habe der Beschuldigte die Möglichkeit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, teilte ein Polizeisprecher in Friedberg mit. Davon habe er aber keinen Gebrauch gemacht. Der Fall sei schließlich an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden.

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