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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mehrere hessische Kreise lockern

Zwei junge Menschen sitzen draußen an einem Tisch eines Cafés

Lange war Waldeck-Frankenberg das Sorgenkind, am Donnerstag kann der Kreis sich nun von der Bundesnotbremse verabschieden - als letzter in Hessen. In großen Teilen Hessens ist seit Mittwoch noch einiges mehr möglich.

Während Geschäfte und Restaurants anderswo schon wieder öffnen durften, galten für die Menschen in Waldeck-Frankenberg bisher starke Einschränkungen - inklusive der nächtlichen Ausgangssperre. Schuld daran waren die hohen Sieben-Tage-Inzidenzen: Immer wieder war der Kreis in den vergangenen Wochen negativer Spitzenreiter in Hessen, selbst im Bundesvergleich rangierte er auf den vordersten Plätzen.

Doch nun sind auch hier dank sinkender Zahlen Lockerungen in Sicht. Weil die Inzidenz fünf Werktage in Folge unter 100 lag, verlässt der Kreis am Donnerstag als letzter in Hessen die Bundesnotbremse und erreicht Stufe 1 des hessischen Öffnungsplans. Ab dem Feiertag fällt die Ausgangssperre weg, Treffen mit zwei Hausständen plus Geimpfte und Genesene sind wieder erlaubt. Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 und der Abschlussklassen dürfen wieder durchgängig in Präsenz unterrichtet werden. Fitnessstudios, die Außengastronomie und Hotels können unter Auflagen öffnen.

Landrat: "Inzidenz stabilisieren"

Nachdem der Kreis den Bürgerinnen und Bürgern noch in der vergangen Woche eine Mitschuld an den hohen Zahlen zugeschrieben hatte, folgt nun ein Lob. "Gemeinsam konnten wir die Infektionszahlen herunterbringen", stellten Landrat Reinhard Kubat (SPD) und Kreisgesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese (CDU) in einer Mitteilung vom Dienstag fest. "Das ist neben den eingeleiteten Maßnahmen vor allen auch den Menschen in Waldeck-Frankenberg zu verdanken, die sich an die Regeln gehalten haben."

Nun gelte es, das Erreichte nicht zu gefährden und die Inzidenz zu stabilisieren beziehungsweise langfristig weiter zu senken, um die Lockerungen zu sichern. Denn auch eine erneute Verschärfung der Regeln ist möglich: Überschreitet die Inzidenz im Kreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert von 100, gilt wieder die Bundesnotbremse. Aktuell ist Waldeck-Frankenberg davon ein gutes Stück entfernt, doch zuletzt ist die Inzidenz laut den Daten des Robert-Koch-Institus (RKI) gestiegen: von rund 61 am Dienstag auf 68 am Mittwoch.

Wiesbaden, Kassel und sechs weitere Kreise lockern

Bereits am Mittwoch haben sich Wiesbaden und Kassel von der Bundesnotbremse verabschiedet. In beiden Städten gelten ab sofort die Regeln der ersten Stufe des hessischen Öffnungsplans. Auch hier haben sich die Inzidenzwerte seit dem Wochenende leicht erhöht. In Wiesbaden lag der Wert am Mittwoch bei 73 nach 68 am Vortag, in Kassel stieg er von 60 am Montag auf 71 am Mittwoch.

Weitere Lockerungen sind möglich, wenn ein Kreis 14 weitere Tage unter dem Grenzwert von 100 liegt oder an fünf Tagen eine Inzidenz von 50 unterschreitet. Sechs Kreisen ist das zuletzt gelungen: Hersfeld-Rotenburg, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, Odenwald, Offenbach und Werra-Meißner. Sie fallen seit Mittwoch unter Stufe 2 des Öffnungsplans. Die Gastronomie darf damit die Innenräume öffnen, in den Außenbereichen entfällt die Testpflicht. Auch die Geschäfte können öffnen, ein aktueller Test wird empfohlen. Präsenzunterricht ist wieder für alle Schüler möglich.

Frankfurt hat den Sprung in Stufe 2 dagegen knapp verpasst: Nach vier Tagen mit einer Inzidenz von unter 50 lag der Wert am Mittwoch bei 51 und damit zu hoch für weitere Lockerungen.

Stufenplan gilt bis Ende Juni

Frankfurt ist damit eine von kreisfreien Städten beziehungsweise Kreisen, die laut den Zahlen des RKI am Mittwoch eine Inzidenz von über 50 aufweisen. Den höchsten Wert meldet der Kreis Groß-Gerau mit knapp 82, dahinter folgt die Stadt Offenbach mit 75. Die niedrigsten Inzidenzen haben die Stadt Darmstadt (19) und der Landkreis Fulda (23). Landesweit stieg die Inzidenz von 42,5 am Dienstag auf 46,1.

"Wir sind auf einem guten und hoffnungsvollen Weg und dürfen vorsichtig optimistisch sein", hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der vergangenen Woche mitgeteilt. Um die Erfolge nicht zu gefährden, werde man den Zwei-Stufen-Plan bis zum 27. Juni fortführen. Ende Juni läuft auch die Bundesnotbremse aus.

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