Audio

Mutmaßlicher Urnen-Dieb wollte sich an der Stadt rächen

Friedhof

Offenbar aus Wut auf die Stadt soll ein 54-Jähriger in Frankfurt weit über 100 Urnengräber aufgebrochen und die Gefäße gestohlen haben. In seiner Wohnung machten Ermittler weitere makabere Funde. Am Dienstag sollte er der Prozess starten, doch der Angeklagte schaffte es nicht in den Saal.

Es sind makabere Taten, die einem 54-Jährigen Frankfurter zur Last gelegt werden: Der Mann soll auf Frankfurter Friedhöfen 131 Urnen gestohlen haben. Dafür sollte er eigentlich am Dienstag vor dem Amtsgericht stehen. Doch auf dem Weg zum Gerichtssaal brach der Angeklagte wegen Atemnot fast zusammen, er leidet wohl an Langzeit-Folgen einer Corona-Infektion. Die Verhandlung wurde auf den 9. Februar 2022 verschoben.

3.000 Gebeine sichergestellt

Die Anklagepunkte bleiben jedoch dieselben: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten schweren Diebstahl und Störung der Totenruhe vor. Zwischen 2017 und 2019 soll er insgesamt 131 Urnengräber aufgebrochen und die Gefäße entwendet haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden zudem fast 400 Grabsteine und -platten sowie rund 3.000 menschliche Gebeine sichergestellt.

In den Vernehmungen gab der 54-Jährige an, aus Wut auf die Stadt Frankfurt gehandelt zu haben. Dort habe er sich als Friedhofsgärtner beworben, sei aber nicht genommen worden.

Angeklagter bereits verurteilt

Der Angeklagte steht nicht zum ersten Mal wegen Urnen-Diebstahls vor Gericht. Bereits im vergangenen Jahr wurde er zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen