Eine weibliche Hand hält über einer Computertastaur einen 500-Euro-Schein

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lovescammer bringt Frau um ihre Ersparnisse

Mit falschen Liebesversprechungen hat ein Unbekannter einer 61-Jährigen ihre ganzen Ersparnisse entlockt. Die Frau aus dem Raum Marburg überwies rund 110.000 Euro auf Konten im Ausland. Das Geld sieht sie wohl nie wieder. Die Polizei warnte erneut vor der Masche des Lovescammings.

Einsame Frauen und Männer, die im Internet eine neue Liebe suchen - das sind die Personen, auf die es sogenannte Love Scammer (engl: Liebesbetrüger) abgesehen haben. Die Gangster nutzen die emotionale Lage ihrer Opfer aus, um langsam deren Vertrauen zu erschleichen und ihnen ihr Geld aus der Tasche zu ziehen oder sie für kriminelle Zwecke einzuspannen.

110.000 Euro ins Ausland überwiesen

Ein solches Opfer ist eine Frau aus dem Raum Marburg geworden, die ihren Fall jetzt bei der Polizei zur Anzeige brachte. Um rund 110.000 Euro habe ein Unbekannter die 61-Jährige betrogen, berichteten die Beamten in der Lahnstadt am Dienstag.

Im Februar habe sie über ein Internet-Portal einen vermeintlichen US-Soldaten kennengelernt. In der Folgezeit gelang es dem Unbekannten, die 61-Jährige davon zu überzeugen, er befinde sich in einer Notlage und brauche dringend Geld. Die Frau, die sich von dem Kontakt eine Liebesbeziehung versprach, überwies in den darauffolgenden Wochen immer wieder Geld auf verschiedene Konten im Ausland.

Polizei: "Geld wohl für immer weg"

Am Ende waren sämtliche Ersparnisse der Frau weg, insgesamt rund 110.000 Euro. Dass die Geschädigte jemals etwas davon wiedersehen wird, glaubt die Polizei nicht. "Das Geld wird wohl für immer verschwunden bleiben", teilten die Ermittler mit.

Hinter dem Love Scamming steckten in der Regel professionalisierte Banden, die darin geschult seien, ihre Opfer um die Finger zu wickeln, so die Beamten. So würden geschickt auch intimste Informationen erfragt. Häufiger komme derzeit die Masche des angeblichen US-Soldaten vor, der in Afghanistan im Einsatz sei. Irgendwann wird dann eine Notsituation vorgetäuscht.

Opfer können sich auch strafbar machen

Nicht immer geht es unmittelbar um Geld. Oft werde auch versucht, an Daten der Opfer und Ausweiskopien zu kommen, um diese zu illegalen Geschäften zu nutzen. Manche Betrüger setzten ihre Opfer auch als Warenagenten ein, die Pakete in Deutschland empfangen und an Adressen im Ausland weiter schicken. Dabei machten sich die Betrogenen nicht selten selbst strafbar.

Versuche, gegen die Gangster vorzugehen sind wenig erfolgversprechend. Weil die Täter meist im Ausland säßen, seien die Ermittlungen der Behörden aufwändig und schwierig, berichtete die Polizei. Dass die Opfer ihr Geld zurückerhalten, komme fast nie vor.

Weitere Informationen

Das rät die Polizei

  • Bleiben Sie bei Internetkontakten immer skeptisch.
  • Überweisen Sie kein Geld an Personen, die Sie nicht persönlich kennen, eröffnen Sie kein gemeinsames Konto.
  • Love Scammer kommunizieren meist in gutem Englisch, auch auf deutschen Portalen. Meist wird eine Verbindung ins Ausland vorgetäuscht, häufig nach Westafrika.
  • Nehmen Sie keine Waren im Auftrag unbekannter Personen an oder leiten diese weiter.
  • Fragen Sie sich, ob ein übermitteltes Foto wirklich den Absender zeigen kann. Die Bilder stammen oft aus dem Internet und haben eine schlechte Qualität.
  • Wenden Sie sich an die Polizei, wenn Sie den Verdacht haben, Opfer von Scamming geworden zu sein.
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