Das Luchsweibchen streift durch den Reinhardswald.

Die im Dezember im Reinhardswald fotografierte Luchsin ist nicht mehr in Hessen. Zusammen mit ihrem Nachwuchs überquerte sie die Weser - Rückkehr nicht ausgeschlossen.

Eine Luchsmutter und ihre Jungtiere haben laut Forschern den Reinhardswald in Nordhessen verlassen. Die Tiere hätten die Weser überquert und seien im Januar im niedersächsischen Gebirge Solling nachgewiesen worden. "Es ist natürlich traurig, dass sie Hessen verlassen haben, andererseits gibt es noch Hoffnung, dass sie zurückkommen", sagte Markus Port von der Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie der Universität Göttingen am Mittwoch.

Nach Daten des Luchsprojekts Harz war es nicht die erste Weser-Überquerung: Wie eine Auswertung von Fotofallen ergab, sind die vier Jungen sehr wahrscheinlich im Solling zur Welt gekommen. Sie wurden dort im vergangenen Sommer nachgewiesen.

Überquerung der Weser mit Jungen "ganz außergewöhnlich"

Zwei junge Luchse im Reinhardswald

Im Oktober wurden die Tiere dann in Hessen gesehen, im Dezember fotografiert - kurz darauf ging es offenbar zurück nach Niedersachsen. "Dass eine Luchsin mit wenige Monate alten Jungen die Weser überquert, ist ganz außergewöhnlich", sagte Port. Wie die Tiere genau über den Fluss kamen - ob schwimmend oder über eine Brücke - ist unklar.

Für die Zukunft der Luchse in Hessen ist das Abwandern keine gute Nachricht. "Zuletzt ging es in Hessen stark bergab mit dem Luchs", erklärte Port. Die Sichtung im Reinhardswald sei daher ein großes Zeichen der Hoffnung gewesen.

Vor der Sichtung im Dezember waren in Hessen vier Jahre lang keine jungen Luchse beobachtet worden. Das Streifgebiet der Raubkatzen kann bis zu 400 Quadratkilometer groß sein.