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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Markus H.: Bundesgerichtshof verwirft Beschwerde

Der Mitangeklagte Markus H. im Gespräch mit seiner Anwältin Nicole Schneiders.

Der wegen Beihilfe zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke angeklagte Markus H. bleibt auf freiem Fuß. Der Bundesgerichtshof lehnte eine Beschwerde der Bundesanwaltschaft ab.

Im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bleibt der Haftbefehl wegen Beihilfe gegen den Mitangeklagten Markus H. aufgehoben. Das hat der Bundesgerichtshof nach hr-Informationen entschieden und die Beschwerde der Bundesanwaltschaft verworfen. Sie sei unbegründet.

Am 1. Oktober hatte das Oberlandesgericht Frankfurt den Haftbefehl gegen den 44 Jahre alten Markus H. aufgehoben und ihn aus der Untersuchungshaft entlassen, weil der Haftbefehl unverhältnismäßig sei und der dringende Tatverdacht nicht mehr bestehe. Die bisherige Beweisaufnahme habe den Anklagevorwurf nicht bestätigt. Die Bundesanwaltschaft wirft H. vor, er habe den mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan Ernst in seinem Vorhaben vorsätzlich bestärkt und ihn angeheizt.

H.s Ex-Lebensgefährtin relativierte ihre Aussage

Laut Ernst war H. in der Tatnacht am 1. Juni 2019 auch mit am Haus der Familie Lübcke in Wolfhagen-Istha (Kassel). Diese Annahmen seien nicht mehr zu halten, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel. Die wechselnden Aussagen von Ernst hätten H. entlastet. Diese Argumentation des Oberlandesgerichts ist laut Bundesgerichtshof nicht zu beanstanden.

Zudem hatte die ehemalige Lebensgefährtin von Markus H. ihre ursprüngliche Aussage relativiert, wonach H. der Denker und der Hauptangeklagte Ernst der Macher gewesen sei. Dies sei grundsätzlich auf die Art der Lebensführung bezogen gewesen, sagte sie vor Gericht. H. selbst äußerte sich in dem Verfahren bisher nicht.

Sendung: hr-iNFO, 13.11.2020, 17 Uhr