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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Drohne löst tödlichen Streit aus

Ein Mann hält eine Drohne in der Hand

Im Streit um eine fliegende Drohne ist in Wettenberg ein Mann erstochen worden. Er wollte seine Pferde vor dem Fluggerät schützen.

Das spätere Opfer und sein Angreifer gerieten am Samstagnachmittag in Wettenberg (Gießen) aneinander. Ein 55-Jähriger aus Wettenberg und sein 62 Jahre alter Begleiter waren mit Handwerksarbeiten an einem alten Brunnen beschäftigt und fühlten sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen vom Montag durch die Drohne eines 69-Jährigen gestört, die der Mann unterhalb der Burg Gleiberg fliegen ließ. Er war mit einem Bekannten auf einem Spazierweg unterwegs und wollte Luftaufnahmen von der Burg machen. Der 55-Jährige befürchtete offenbar, dass das Fluggerät seine Pferde auf der nahegelegenen Koppel aufscheuchen könnte.

Mann stirbt trotz Notoperation

Über die Drohne und die mögliche Gefahr für die Pferde gerieten die Männer in einen massiven Streit, bei dem der Drohnenbesitzer dem Pferdebesitzer mit einem Messer in den Oberkörper stach. Der Angreifer und der Begleiter des Opfers leisteten erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen. Der Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus gebracht und starb dort trotz einer Notoperation in der Nacht zum Sonntag. Seine Leiche soll im Laufe der Woche obduziert werden. 

Laut Staatsanwaltschaft lässt sich nicht ausschließen, dass der Drohnenbesitzer in Notwehr gehandelt hat. Deshalb wurde er inzwischen aus dem Gewahrsam entlassen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt. Auch gegen den Begleiter des Toten wird ermittelt: wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung. Der vierte Mann hatte sich nicht an dem Handgemenge beteiligt.

Sendung: hr-iNFO, 31.08.2020, 8 Uhr