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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Falsche Polizisten erbeuten mehrere hunderttausend Euro

Ein hessischer Polizist in Uniform mit Dienstwaffe.

"Herr Stahl von der Kripo" und "Einsatzleiter Schubert": Für diese falschen Polizisten hat ein Mann in Marburg mehrere hunderttausend Euro von der Bank geholt und in seinem Auto deponiert. Die Betrüger sagten später auch noch Danke.

In Marburg haben Unbekannte einen Mann um mehrere hundertausend Euro betrogen. Die Kriminellen gaben sich laut Polizei am Dienstag und Mittwoch bei ihrem Opfer als "Herr Stahl" von der Kripo Marburg und "Einsatzleiter Schubert" aus und erbeuteten das gesamte Vermögen des älteren Herrn.

Der Trick ist schon älter: Um an das Geld zu kommen, erklärten die Betrüger: Das Geld des Mannes sei im Schließfach nicht mehr sicher. Bei Einbrechern hätten sie nämlich einen Zettel mit Name und Daten des Opfers gefunden. Daher solle er das Geld abheben. Und um die Verbrecher anzulocken, solle er das Geld im Auto liegen lassen und dieses offen auf dem Anwohnerparkplatz eines Wohnblocks in der Potsdamer Straße abstellen.

Der Marburger folgte den Anweisungen, weil die Betrüger versprachen: Die Polizei liege beim Auto auf der Lauer und werde zur Stelle sein. Später war das gesamte Geld weg.

Sogar Anrufe nach der Tat

Die gemeinen Betrüger riefen ihr Opfer anschließend sogar noch an, um ihm mitzuteilen: Die Polizei habe dank seiner Hilfe die eigentlichen Täter dingfest machen können. Sie kündigten zudem an, am nächsten Tag vorbeizukommen, um das Vermögen zurückzubringen.

Als der angekündigte Besuch ausfiel, ging der Betrogene zur Polizei, um das Geld selbst abzuholen. Erst hier erfuhr er, was ihm wirklich passiert war. Er erinnerte sich, zum vermutlichen Zeitpunkt des Gelddiebstahls einen möglicherweise hellblauen Transporter und einen schlanken, jungen Mann im Alter zwischen 20 und 35 Jahren in Arbeitskleidung gesehen zu haben. Nach solch einem Mann sucht die Polizei Marburg nun.

Noch eine alte Masche

Ein weitere Mann aus Marburg ist Opfer des "Microsoft-Tricks" geworden. Der 73-Jährige fiel nach Angaben der Polizei auf einen Unbekannten herein, der sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgab. In einem insgesamt fünf Stunden langen Telefonat habe der Betrüger den Marburger zunächst davon überzeugt, dass dessen PC von einem Virus befallen sei. Dann folgte das ahnungslose Opfer den Anweisungen des angeblichen Computer-Experten bis zum Online-Banking.

Die abgefischten Daten nutzte der Unbekannte schließlich zu Kontoverfügungen. So gelangte er an 20.000 Euro.

Sendung: hr4, 03.07.2020, 18.30 Uhr