Eine Justizbeamtin geht auf einen hohen Zaun im neuen Abschiebegefängnis in Darmstadt zu.
Nach der Flucht zweier Menschen wurde der Stacheldraht rund um das Abschiebegefängnis in Darmstadt-Eberstadt verdichtet. Bild © picture-alliance/dpa

Die Flucht hatte für Aufsehen gesorgt: Zwei Flüchtlinge waren aus dem neuen Abschiebegefängnis in Darmstadt beim nächtlichen Toilettengang durch einen Versorgungsschacht entkommen. Jetzt wurde einer der beiden wieder geschnappt.

Einer der beiden vor fast zwei Monaten aus der Abschiebehaft in Darmstadt geflohenen Männer ist gefasst. Der 35 Jahre alte Algerier sei bereits am 3. November in Wetzlar festgenommen worden - knapp einen Monat nach dem Ausbruch, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Er sitze nun wieder in Abschiebehaft. Von dem anderen, einem 35 Jahre alten Tunesier, fehle nach wie vor jede Spur.

Umzäunung nach Flucht verdichtet

Die beiden 35-Jährigen waren Anfang Oktober ersten Ermittlungen zufolge beim nächtlichen Toilettengang durch einen Versorgungsschacht aus der Haftanstalt entkommen. Ausgerüstet mit Decken gelangten sie so ins Freie und kletterten über die Sicherheitszäune. Nach der Flucht der beiden Asylbewerber sei unter anderem die Umzäunung der einzigen Abschiebehaftanstalt Hessens verdichtet worden, hieß es.

Die Einrichtung in Darmstadt-Eberstadt war erst Ende März in Betrieb gegangen. Polizeiangaben zufolge haben Insassen größere Freiheiten als in Strafgefängnissen: Sie können eigene Kleidung tragen, Post empfangen und versenden sowie Internet und Telefon nutzen. Die Einrichtung des Abschiebegefängnisses war in Hessen umstritten, mehrfach hatten Menschen dagegen demonstriert. Im Abschiebegefängnis würden Menschen eingesperrt, ohne eine Straftat begangen zu haben, kritisierten sie.