Prozess Fulda Totschlag
Der Angeklagte bestritt die Tat - sein Anwalt legte am Montag Revision gegen das Urteil. Bild © Medienkontor Fulda

In einem aufwändigen Indizienprozess vor dem Landgericht Fulda ist ein Mann wegen Tötung seiner Ehefrau verurteilt worden. Um die Tat zu vertuschen, soll er Feuer gelegt haben.

Das Landgericht Fulda hat am Montag einen 37-Jährigen aus Rotenburg an der Fulda wegen Totschlags und versuchter schwerer Brandstiftung zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte nach Erkenntnissen der Strafkammer seine 33 Jahre alte Ehefrau im Oktober 2017 erwürgt oder erdrosselt und dann zur Vertuschung der Tat die Wohnung angezündet. Der Indizienprozess dauerte sieben Monate.

DNA-Spuren und Handyortung

Der Richter stützte das Urteil auf zahlreiche belastende Indizien: Das Handy des Angeklagten sei im Tatzeitraum am Tatort geortet worden. Die Ehefrau habe zuvor eine halbe Stunde lang mit Bekannten gechattet, der Zeitpunkt ihrer letzten Nachricht passe zum Beginn der Handyortung des Angeklagten.

Die Getötete hatte DNA-Spuren des Angeklagten unter ihren Fingernägeln und der Angeklagte eine kleine Verletzung hinter dem linken Ohr – laut Richter Spuren eines Kampfes. Die Polizei war zunächst von einem Unfall durch das Feuer in der Wohnung der von dem Angeklagten getrennt lebenden Ehefrau ausgegangen. Erst bei der Obduktion war aufgefallen, dass die Frau bereits vor dem Brand gestorben war.

Angeklagter bestreitet die Tat

Der Richter sagte außerdem, der Mann habe den Polizeibeamten beim Überbringen der Todesnachricht verschwiegen, dass er kurz zuvor noch bei ihr gewesen war. Ein Mann mit Kapuze, den zwei Zeugen auf der Straße beobachtet hatten, kommt laut Gericht als Täter nicht in Frage. Er hätte nur zwölf Minuten Zeit gehabt, die Frau zu töten und das Feuer zu legen.

Der Angeklagte bestritt die Tat. Er sagte, er habe bei seiner Frau nur einen Schulranzen und Spielzeug für die Kinder abgeholt. Sein Verteidiger kündigte Revision an.

Sendung: hr3, 11.02.2019, 15 Uhr