Röhrchen im Labor

Das neuartige Corona-Virus beschäftigt auch hessische Wissenschaftler. Virologen der Uni Marburg sind an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Lungen-Erreger beteiligt. In China steigt die Zahl der Infizierten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Corona-Virus breitet sich in China aus

Polizisten mit Mundschutz
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Am Institut für Virologie in Marburg wird zu dem in China verbreiteten Corona-Virus geforscht und an einem Impfstoff gearbeitet. Die Wissenschaftler nutzen dafür eine sogenannte Impfstoffplattform, wie Direktor Stephan Becker sagte. Mit diesem Verfahren sollen möglichst schnell Gegenmittel für neue Viren gefunden werden. Zuvor hatte die Oberhessische Presse berichtet.

Baukastensystem für passende Antigene

"Man kann aber nicht erwarten, dass man bereits in der ersten Ausbruchphase eines neuen Virus einen Impfstoff zur Verfügung hat", betonte Becker, der mit seinem Team schwerpunktmäßig hochansteckende Erreger erforscht.

Mit der Plattform, die wie ein Baukastensystem für Viren und passende Antigene funktioniert, soll die Entwicklung von Impfstoffen beschleunigt werden. Mindestens ein Jahr dauert es, bis klar ist, ob ein Mittel wirkt und sicher ist, sagte Becker. Sein Institut arbeitet mit anderen Wissenschaftlern zusammen, unter anderem am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung.

Mindestens 26 Tote und mehr als 830 Infizierte

Von der durch das Corona-Virus ausgelösten Lungenkrankheit ist vor allem die chinesische Millionenmetropole Wuhan betroffen. Die Stadt wurde inzwischen praktisch abgeriegelt. Mittlerweile sind mindestens 26 Menschen gestorben, mehr als 830 haben sich infiziert. Das Virus hat sich in großen Teilen Chinas und darüber hinaus verbreitet. Die Krankheit wurde auch in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand und den USA nachgewiesen.

Die aktuell große Aufmerksamkeit für den Ausbruch auch in Deutschland hält Virologe Becker für wichtig: "Das hat den positiven Effekt, dass die Sensibilität für das Thema wächst, gerade in Praxen und Krankenhäusern." So könne schnell reagiert werden, sollte ein Patient aus China in Deutschland behandelt werden müssen.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Angenommen wird, dass das Corona-Virus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. Mediziner vermuten, dass es sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der es von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

Experten des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin schätzen das Virus als kaum ansteckenden Erreger ein. Die meisten Fälle beträfen nach wie vor Wuhan, das Virus habe sich nicht sehr stark ausgebreitet. Zudem habe sich kaum Krankenhauspersonal angesteckt, und bei den Fällen in anderen Ländern habe es bisher keine Übertragung auf weitere Menschen gegeben.

Sendung: hr-iNFO, 24.01.2020, 6 Uhr