Nach neun Jahren wieder glücklich miteiander vereint: Lena Schmeltzer und ihre Katze "Pebbles".

Neun Jahre lang gilt die Katze Pebbles als vermisst. Bis ihr Frauchen Lena Schmeltzer aus Marburg kurz vor Weihnachten einen Anruf bekommt: Pebbles lebt.

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hessenschau vom 17.12.2021
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Neun Jahre lang lebte Lena Schmeltzer in Ungewissheit, konnte nur darüber spekulieren, wo ihre vermisste Katze abgeblieben war - und ob sie überhaupt noch lebte. Nun ist etwas passiert, was Schmelzer ein "kleines Weihnachtswunder" nennt: Pebbles, die 13-jährige Katze, ist höchst lebendig und wieder zurück bei ihrem Frauchen.

"Das ist unbeschreiblich schön", sagt Schmeltzer, "und diese Geschichte glaubt einem ja keiner." Sie selbst erwische sich dabei, wie sie immer wieder ungläubig lachen müsse. Darüber, dass Pebbles im Marburger Stadtteil Hermershausen, etwa zehn Kilometer entfernt von ihrem einstigen Zuhause, als streunende Katze gefunden wurde, gemeldet von einer anderen Katzen-Besitzerin, deren Tier Pebbles das Futter wegfraß.

Diese Frau habe eine bekannte Tierschützerin angerufen, die mittels Chip-Lesegerät herausfinden sollte, ob die streunende Katze vermisst wird. Das gelang ihr erst, nachdem sie Pebbles eingefangen und ins Marburger Tierheim gebracht hatte. Und siehe da: Die optisch etwas mitgenommene Katze wurde vermisst. Seit langer Zeit.

Verschwunden nach einem Gewitter

2012 war Pebbles von einem ihrer üblichen Streifgänge einfach nicht zurückgekommen. Während sie draußen unterwegs war, gewitterte es. Vielleicht habe sie es mit der Angst bekommen und sich irgendwo versteckt, mutmaßt Schmelzer. "Dann habe ich relativ schnell Zettel ausgedruckt und in der Nachbarschaft ausgehängt." Sie sei tagelang durch die Nachbarschaft gelaufen, habe mit mehreren Leuten gesucht, nach ihrer Katze gerufen und "mega traurig" alle möglichen Horroszenarien durchgespielt. War Pebbles überfahren worden? Oder vergiftet von Katzen-Hassern? "Irgendwann habe ich die Hoffnung aufgegeben", sagt die 33-Jährige. "Ich hätte niemals gedacht, dass sie irgendwo rumläuft und irgendwann wiederkommt."

Bis Schmeltzer am vergangenen Montag aufwacht und einen Anruf in Abwesenheit auf ihrem Handy sieht. Eine Nachricht vom Tierheim, Pebbles sei gefunden worden. "Ich hätte so gerne einen Film von meinem Gesichtsausdruck", sagt Schmeltzer lachend. Sie habe dann im Tierheim angerufen und erstmal gefragt, ob das ganze ein Scherz sei. Keine Stunde später dann trafen Besitzerin und Katze wieder aufeinander. "Eine sehr rührende Situation", sagt Schmeltzer.

Appell an Katzen-Finder

Innerhalb der ersten Sekunde sei ihr klar gewesen, dass es Pebbles war, sagt Schmeltzer, die aus dem Weihnachtswunder auch einen Aufruf machen will: "Es gibt so viele herumlaufende Katzen", sagt Schmelzer. "Und immer zwei Strömungen: Die einen, die keine fremden Katzen füttern wollen und die anderen, die es tun." Sie hofft, dass ihre Geschichte zum Nachahmen anregt. "Dass, wer irgendwo eine Katze rumstreunen sieht, sich erkundigt, ob die Katze irgendwo vermisst wird." Das koste nur einen Anruf. Einen Anruf, der dann ganz schnell zum Wunder werden kann.

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