Meerschweinchen "Wirbel"
Mit einem Hilferuf des kleinen Besitzers wurde das Meerschweinchen "Wirbel" gefunden. Bild © picture-alliance/dpa / Tierhilfeverein Kellerranch

Ein ausgesetztes Meerschweinchen hat seinem Namen entsprechend für mächtig Wirbel gesorgt. Der kleine Nager wurde in Weiterstadt an einem Altkleidercontainer ausgesetzt - samt Verpflegung und herzzerreißendem Hilferuf.

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Ein Meerschweinchen hat in Südhessen zahlreiche besorgte Tierfreunde auf den Plan gerufen. Ein Mann hatte den kleinen Nager in einem Karton an einem Altkleidercontainer in Weiterstadt (Darmstadt-Dieburg) entdeckt und dem Tierhilfeverein "Kellerranch" übergeben.

Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, lagen in dem Karton auch ein paar Euro-Münzen, ein polnischer 20-Zloty-Schein und ein Zettel mit einem Hilferuf: "Mein Papa will es nicht haben. Bitte helft dem Wirbel! Geld ist dabei!", steht in Kinderschreibschrift darauf.

Kritik an "feigem Papa"

Tiere einfach auszusetzen sei strafbar, erklärte Tierpflegerin Jutta Keller von dem Verein. "Wieso können die Eltern das Meerschwein nicht einfach ins Tierheim bringen? Ist es vielleicht wegen der Abgabegebühr?", fragte Keller. Auf rund 90 Euro schätzte sie die Kosten für die Abgabe, einen Gesundheitscheck, die Kastration und die Weitervermittlung eines solchen Kleintieres.

Auf Facebook veröffentlichten die Mitarbeiter des Vereins einen Beitrag, der sich mit Kritik an den "feigen Papa" richtet. Er wurde bis zum Mittwochabend über 45.000 Mal geteilt und hatte knapp 9.000 Kommentare.

Tierschützer loben Kind

Zugleich lobte Keller das Kind, das wohl sein Meerschweinchen aussetze: "Es hat den Karton liebevoll gestaltet." Ausreichend Luftlöcher, Heu, Zweige, sogar Gurkenscheiben seien darin gewesen. "Die Gurke enthält Wasser, somit hatte das Tierchen auch etwas zu trinken", erklärte Keller.

Auf Facebook schrieb ihr Verein: "Liebes, unbekanntes Kind, Wirbel ist nun bei uns. Wir wünschten, wir könnten Dir Dein Geld zurückgeben. Und vor allem wünschten wir, dass Du weißt, dass Dein Meerschweinchen in Sicherheit ist und wir uns gut um es kümmern werden. Dieses Versprechen geben wir Dir! Wir wünschen Dir, dass der Schmerz, den Du mit der Weggabe von Wirbel durchleben musstest, bald nachlässt und dass Du Dein großes Herz für Tiere behältst." 

Neues Zuhause für Wirbel

Noch muss "Wirbel" aus Sicherheitsgründen in Quarantäne bleiben. Doch allzu lange wird das Meerschwein nicht mehr auf Kellers Gnadenhof leben. "Es gibt schon Interessenten, die 'Wirbel' ein neues Zuhause geben wollen", sagte die Tierschützerin.