Jörg Schneider, Fischbiologe, mit Schiff auf dem Main
Die Frankfurter Fischer zählten viele tote Fische nach der Bombensprengung im Main. Bild © Göz

Eine hohe Wasserfontäne und zufriedene Einsatzkräfte: Die Sprengung einer Weltkriegsbombe im Main am Sonntag verlief aus ihrer Sicht gut. Einzig die Fische litten, über 1.000 Tiere wurden getötet.

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Mitglieder der Fischerzunft Frankfurt und ein Fischbiologe waren bei der Sprengung der Weltkriegsbombe am Sonntag mit einem Boot vor Ort. Bereits wenige Minuten nach der Explosion beobachteten sie die ersten Fischkadaver an der Wasseroberfläche - darunter Rotaugen, Flussbarsche, Barben und Zander.

"Auffällig war, dass erst große Fische zu sehen waren und im Nachgang kamen dann die kleinen Fische", sagte Fischerzunft-Vorsitzender Daniel Göz am Montag.

Schwimmblase gerissen, Organe zerfetzt

Rund 150 Tiere habe man am Sonntag sofort nach der Sprengung von der Wasseroberfläche eingesammelt, bei nahezu allen Tieren sei die Schwimmblase geplatzt oder gerissen. "Bei einigen Exemplaren waren die Auswirkungen so drastisch, dass die Organe in der Bauchhöhle nicht mal mehr erkennbar waren, das war nur noch eine gallertartige, blutige Masse."

Die tatsächliche Zahl der getöteten Tiere könne nur geschätzt werden, liege aber vielfach höher, sicher im Bereich um die 1.000 Exemplare. "Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der getöteten Fische nicht an die Oberfläche gekommen, sondern direkt gesunken ist."

Warnsprengungen, um Fische zu vertreiben

Um möglichst wenige Tiere bei der Sprengung zu töten, versuchten die Einsatzkräfte mit mehreren kleinen Warnsprengungen die Fische zu vertreiben. Erst dann wurde die 250 Kilo Bombe vom Kampfmittelräumdienst kontrolliert gesprengt.

"Die toten Tiere sind natürlich für uns als Fischerzunft Frankfurt ein bitteres Bild", sagte Göz. Aber eine solche Bombe lasse wenig Spielraum für Fischschutz. Der Kampfmittelräumdienst habe im Vorfeld alles getan, um die Flussbewohner zu schützen.

Tote Fische
Tote Fische Bild © Göz

Und als Glück im Unglück wertet die Fischerzunft, dass die Bombe nicht im Sommer gefunden wurde. "Die Fische sind noch auf Winter eingestellt und halten sich in tieferen Bereichen und Häfen auf. Später hätte es noch mehr Opfer gegeben.“