Treppensturz

Ein falscher Tritt auf der Treppe, ein vereister Bürgersteig: In Hessen verletzen sich bei Stürzen jedes Jahr zahlreiche Menschen schwer oder sterben sogar. Selbst das Bett kann gefährlich sein.

Zuletzt gab es in Hessen mehr als 1.000 Todesopfer bei Stürzen. Selbst ein Sturz aus vermeintlich geringer Höhe - eine Menschenlänge - könne schwere Verletzungen zur Folge haben, sagte Reinhard Hoffmann, ärztlicher Direktor bei der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt. Das gelte insbesondere dann, wenn die Betroffenen ohne Abwehrreflexe ungebremst mit dem Kopf aufschlagen.

Die meisten Unfälle passieren zu Hause

Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes für das Jahr 2017 starben insgesamt 1.052 Menschen durch einen Sturz, 489 Männer und 563 Frauen. Die allermeisten dieser Unfälle ereigneten sich demnach im häuslichen Bereich. Von den dokumentierten tödlichen Stürzen passierten 107 auf Treppen oder Stufen, 52 durch Stolpern oder Straucheln, 39 Menschen erlitten tödliche Verletzungen beim Sturz aus dem Bett.

Bei dem Großteil der Fälle war die genau Ursache für den Sturz allerdings unbekannt. Auch bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin kommen immer wieder zahlreiche Menschen zu Fall und verletzen sich.

Im Winter langsam im "Pinguin-Lauf" gehen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung listet etwa für das Jahr 2018 insgesamt rund 16.800 meldepflichtige "Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle" in Hessen auf. Betroffen von Stürzen sind insbesondere ältere Menschen. Gerade bei ihnen müsse nach einem Unfall genau hingeschaut und abgeklärt werden, ob dieser vielleicht Hirnblutungen zur Folge hatte oder die Halswirbelsäule mitbetroffen ist, sagte Hoffmann.

In der kalten Jahreszeit gelte zur Vermeidung von Glatteis-Stürzen: langsam im "Pinguin-Gang" laufen. Dabei werde der Oberkörper leicht nach vorne geneigt und der Fuß mit ganzer Sohle und etwas nach außen aufgesetzt.