Infusion im Krankenhaus

Das Coronavirus verbreitet sich weiter stark in Hessen. In den Kliniken steigt die Zahl der Patienten. Noch sind mehr als 10.000 Betten frei, auch viele der Intensivbetten.

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hessenschau vom 27.03.2020
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Mehr als 500 Menschen in Hessen liegen derzeit wegen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus. Das teilte das hessische Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden mit. Die Zahlen stammen vom Donnerstag.

Von den 527 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung wurden den Angaben zufolge 405 in normalen Pflegebetten betreut. Die anderen 122 waren Intensivpatienten: 88 dieser Menschen lagen auf Intensivstationen und wurden beatmet. 34 weitere lagen zwar in Intensivbetten, kamen aber ohne Beatmungsgeräte aus.

Das bedeutet, dass zurzeit noch einige freie Kapazitäten vorhanden sind, die Lage auf den Intensivstation hat sich bei weitem noch nicht so verschärft wie in Norditalien oder im Elsaß. Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sagte am Freitag, weil man nicht-zwingende Eingriffe bis auf Weiteres verboten habe, seien derzeit etwa 10.500 Betten frei. Hinzu kämen 600 Betten mit Beatmungsmöglichkeit und 400 Betten mit intensivmedizinischer Überwachungsmöglichkeit.

Kapazität soll ausgebaut werden

Man baue die Kapazitäten in der Intensivversorgung einschließlich der Beatmungskapazitäten aus, sagte Klose. Allerdings sind neue Beatmungsgerät wegen der immensen Nachfrage weltweit schwer zu beschaffen. Unter anderem in Marburg werden deshalb Alternativen entwickelt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klose zur Kapazität der Klinikbetten

Kai Klose Grüne Landtag
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Gut 1.800 Intensivbetten mit Beatmungsgerät als Standardausrüstung gibt es nach Angaben der Hessischen Krankenhausgesellschaft insgesamt. Sie sind normalerweise zu knapp 80 Prozent ausgelastet. Hinzu kam den Angaben zufolge noch rund 1.400 Beatmungsgeräte aus anderen Klinik-Abteilungen.

Zahl der Kranken steigt weiter

Wegen der aktuell dramatischen Lage in benachbarten EU-Ländern hat Hessen 14 schwerkranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufgenommen, die in ihrer Heimat nicht mehr versorgt werden konnten. Das hatte zuvor unter anderem Manfred Koch (CDU), Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg, gefordert. Von den 60 Intensivbetten in seinem Kreis stünden viele leer. Von den 460 Intensivbetten in Frankfurt waren zuletzt laut Gesundheitsamt die Hälfte belegt, im Main-Kinzig-Kreis ein Viertel.

Wie lang die Intensivstationen von diesem Puffer zehren können, ist ungewiss. Etwa alle vier Tage verdoppelte sich die Zahl der Infizierten in Hessen zuletzt. Am Freitag gab es im Bundesland 2.392 offiziell bestätigte Corona-Fälle, acht Menschen sind inzwischen an der Krankheit gestorben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.03.2020, 19.30 Uhr