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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Haftstrafe für tödlichen Überfall im Drogenmilieu

Experten der Spurensicherung untersuchen am Mittwoch das Haus in Laubach-Gonterskirchen.

Für einen brutalen Überfall auf ein Paar im mittelhessischen Laubach muss ein 25-Jähriger für mehr als zwölf Jahre ins Gefängnis. Bei der Tat, bei der es offenbar um Drogen ging, war ein Mann ums Leben gekommen.

Wegen versuchten Mordes, Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Brandstiftung hat das Gießener Landgericht am Freitag einen 25-Jährigen zu zwölf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann an einer Tat im November 2017 beteiligt war. Dabei war ein 57-Jähriger in Laubach-Gonterskirchen (Gießen) ums Leben gekommen.

Ursprünglich habe der Angeklagte Drogen und Geld vom Opfer wiederbeschaffen wollen. Das Opfer hätte als Kurier 100 Kilogramm Marihuana im Wert von 250.000 Euro aus Spanien nach Deutschland schmuggeln sollen. Der 57-Jährige habe aber angegeben, überfallen und beraubt worden zu sein.

Die Zeugin sollte verbrennen

Die Gruppe um den Angeklagten soll den Mann und seine zwei Jahre ältere Partnerin dann in deren Wohnung in Laubach überfallen haben. Der Mann wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft brutal geschlagen und getreten. Er sei anschließend an einem Herz-Kreislauf-Versagen gestorben.

Um die Tat zu vertuschen, hatte der Angeklagte laut Gerichtsurteil die Frau des Mannes gefesselt und mit Benzin übergossen, um sie im Haus verbrennen zu lassen. Doch die Frau überlebte: Sie konnte durch Hilferufe Nachbarn auf sich aufmerksam machen, die sie retteten.

Insgesamt gab es in dem Fall sechs angeklagte Tatbeteiligte im Alter zwischen 20 und 42 Jahren. Fünf davon waren im Juli im Zusammenhang mit der Tat zu zweieinhalb bis dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Sendung: hr1, 27.09.2019, 15.00 Uhr