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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Haftstrafe nach Autofahrt mit Mann auf Motorhaube

Fassade des Land- und Amtsgerichts in Frankfurt

Nach einem missglückten Drogengeschäft in Frankfurt schleppte der Kunde den Dealer auf der Motorhaube seines Autos mit. Nun muss er für mehr als sieben Jahren ins Gefängnis, weil der Dealer nach der wilden Fahrt im Rollstuhl sitzt.

Nach einer kilometerlangen Autofahrt mit einem Kontrahenten auf der Motorhaube ist ein 27 Jahre alter Mann in Frankfurt zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah am Montag versuchten Totschlag, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr als erwiesen an (Az.: 3390 Js 207357/20). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte nutzte demnach im August 2019 einen Frankfurt-Aufenthalt, um im Bahnhofsviertel Drogen zu kaufen. Dabei kam es nach Ansicht des Gerichts zum Streit mit dem Verkäufer des Rauschgifts. Nachdem sich der 27-Jährige mit seinem Kleintransporter aus dem Staub machen wollte, gelang es dem Drogendealer an einer roten Ampel, den Wagen des Angeklagten einzuholen und sich an der Motorhaube festzuhalten.

Dieser fuhr aber einfach weiter. Nach mehreren Kilometern fiel der Mann im Stadtteil Bockenheim von der Motorhaube und landete mit dem Rücken auf dem Boden. Durch die schweren Verletzungen ist er seither querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Den Tod des anderen billigend in Kauf genommen

"Sie hatten gewiss nicht die Absicht, den Kontrahenten zu töten oder schwer zu verletzen", sagte der Vorsitzende Richter zum Angeklagten. Wohl aber habe er den Tod billigend in Kauf genommen, als er mit ruckartigen Fahrbewegungen versucht habe, den Mann abzuschütteln.

Nach dem Vorfall war dem Täter zunächst die Flucht gelungen. Später machte die Polizei sein Fahrzeug jedoch nach einer umfangreichen Fahndung ausfindig.

Im Strafmaß lag das Gericht erheblich über dem Antrag der Verteidigung, die keinen Tötungsvorsatz gesehen und deshalb eine Bewährungsstrafe beantragt hatte.

Sendung: hr1, 22.02.2021, 17 Uhr