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Audioseite Ermittlungen gegen Betreiber von Corona-Testzentren

Mann beim Corona-Test

Sie haben die Tests schlampig oder gleich gar nicht durchgeführt - und damit zu Unrecht eine Million Euro kassiert: Wegen dieses Verdachts ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche eines Kasseler Corona-Testzentrums. Zwei von ihnen wurden verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen mehrere Verdächtige, die in insgesamt vier Städten Corona-Testzentren betrieben haben - und das offenbar zum Betrug im großen Stil nutzten. Zwei der Verdächtigen sitzen bereits in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und das Polizeipräsidium Nordhessen am Freitag gemeinsam mitteilten.

Der Vorwurf: Für die Monate April und Mai sollen sie und weitere Verantwortliche allein für das Testzentrum in Kassel Leistungen in Höhe von einer Million Euro zu Unrecht abgerechnet haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sie eine Vielzahl der Tests gar nicht durchgeführt haben - und bei den übrigen die "notwendigen Mindeststandards bewusst nicht erfüllt" hätten.

Drei weitere Testzentren

Hinter dem Testzentrum steht demnach eine Gesellschaft mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, die auch in drei weiteren Städten aktiv war: Leipzig, Braunschweig und Hannover. Laut Staatsanwaltschaft besteht auch dort der Verdacht der betrügerischen Abrechnung mit Corona-Tests in den Monaten April bis Juni.

Insgesamt hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer, bei denen die Testzentren die Kosten abrechnen, rund zwei Millionen Euro auf das Konto der GmbH überwiesen. 1,9 Millionen Euro habe die Staatsanwaltschaft Kassel über Kontopfändungen gesichert.

Kunden gesucht

Alle Testzentren seien inzwischen geschlossen worden. Für die weiteren Ermittlungen suchen Staatsanwaltschaft und Polizei nun Menschen, die sich im April oder Mai in einem der vier Testzentren für einen Schnell- oder PCR-Test angemeldet haben.

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