Der Bundeswehr-Kampfhubschrauber steht auf einem Feld bei Naumburg.

Auf einem offenen Feld bei Naumburg ist ein Kampfhubschrauber der Bundeswehr gelandet. Grund für die ungeplante Aktion war eine misslungene Tiefflugübung. Jetzt wird der "Tiger" zum Schwertransport. Der Abtransport verzögert sich.

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Am Mittwochnachmittag bot sich Spaziergängern bei Naumburg (Kassel) ein ungewohntes Bild: Mitten auf einem offenen Feld stand ein Kampfhubschrauber der Bundeswehr. Der Pilot musste das Fluggerät dort nach einem Zwischenfall gegen 14 Uhr bei einer Tiefflugübung ungeplant landen.

Rotor streift Baumwipfel

Nach Angaben der Bundeswehr hatte der Hubschrauber vom Typ "Tiger" bei dem Übungsflug mit seinem Heckrotor einen Baumwipfel berührt. Darauf habe sich die Besatzung vorschriftsmäßig für eine sogenannte Sicherheitslandung auf offenem Feld entschieden. An Bord des Hubschraubers, der zum Heeresfliegerregiment in Fritzlar gehört, waren zwei Soldaten. Sie blieben unverletzt.

Das Feld bei Naumburg wurde nach der Landung zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt. Der Hubschrauber musste die Nacht über von Soldaten bewacht werden.

Bergung gestaltet sich schwierig

Es sei geplant, das Kampfgerät mit einem Schwertransport in eine Kaserne nach Fritzlar zu bringen, sagte ein Bundeswehr-Sprecher dem hr. Allerdings gestalte es sich schwierig, einen geeigneten Tieflader zu finden. Spätestens am Freitagmorgen werde die Aktion durchgeführt.

Ob und wie stark der Hubschrauber bei dem Vorfall über die sichtbaren Spuren am Heckrotor hinaus beschädigt wurde, soll dann in der Kaserne von Luftfahrttechnikern geklärt werden.

Bei der Übung sollte sich der Hubschrauber in der Luft stehend hinter Bäumen verstecken, um mit dem Mastvisier - einer über dem Hauptrotor angebrachten Infrarot- und Videokamera - über die Baumwipfel hinaus vermeintliche Feinde zu erspähen. Dabei kann es schon einmal zu einer Baumberührung kommen, sagte der Sprecher. Allerdings sei dies sehr selten.

Unterdessen legt die Bundeswehr Wert darauf, dass es sich nicht um eine Notlandung gehandelt habe. Denn anders als bei einer Notlandung könne bei einer Sicherheitslandung nach Auftreten eines möglichen Problems noch nach einem geeigneten Landeplatz Ausschau gehalten werden. Das sei der Fall gewesen.