Blitzmarathon
Im Visier: Zwei Polizisten bei einer Tempo-Kontrollstelle in Haiger. Bild © JR

Erste Zwischenbilanz des "Blitzmarathons": Ein Raser ging der Polizei mit 89 Stundenkilometern über dem Tempolimit ins Netz. Doch die Kontrollaktion zeigt auch: Viele Autofahrer sind vorbildlich unterwegs.

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Bei ihrem Blitzmarathon zog die Polizei am Mittwochnachmittag eine erste Zwischenbilanz. Bei Biblis raste ein Fahrer am Mittwoch mit 189 Stundenkilometern in eine Radarfalle der Polizei - 100 Stundenkilometer waren erlaubt. Ihn erwarten 600 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Ein Autofahrer in Frankfurt fuhr gleich zweimal zu schnell in dieselbe Blitzstelle. Doch Autofahrer fielen auch positiv auf.

Mit 60 durch die Tempo-30-Zone

Bei einer Kontrollstelle auf der Frankfurter Miquelallee waren 298 Fahrer erfasst worden und alle hielten sich vorbildlich ans Tempolimit. In Hofgeismar wurden 160 Fahrzeuge kontrolliert, keines war zu schnell. Negative Beispiele gab es dennoch: In Kassel blitzte die Polizei in der Nähe von zwei Schulen und musste 30 Verwarnungen aussprechen. In Vellmar fuhr eine Frau mit 60 Stundenkilometer durch die Tempo-30-Zone - ein Stundenkilometer mehr und sie hätte für vier Wochen den Führerschein abgeben müssen.

Bis 22 Uhr am Mittwochabend lief die Kontrollaktion auf hessischen Straßen mit rund 300 Kontrollstellen. Rund 700 Polizisten waren daran beteiligt. Es gehe nicht darum, möglichst viele Raser zu erwischen, sondern auf Gefahrenstellen im Verkehr hinweisen, begründete die Polizei die Aktion.

Auf Gefahren durch Raser hinweisen

213 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Unfällen auf hessischen Straßen ums Leben gekommen. Einige könnten vermutlich noch leben, wenn Autofahrer langsamer unterwegs gewesen wären. Mit dem europaweit ausgetragenen "Speedmarathon" will die Polizei in Hessen und anderen Bundesländern am Mittwoch auf die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens hinweisen.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich laut Polizei insgesamt 150.014 Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen - neben den 213 Todesopfern gab es 4.644 Schwerverletzte. 23.618 Verkehrsteilnehmer erlitten leichte Verletzungen. Bei Unfällen mit Toten und Schwerverletzten ist demnach die Geschwindigkeit mit deutlichem Abstand Hauptunfallursache.

Beim letzten Mal waren 10.000 zu schnell

Der letzte Blitzermarathon fand vor einem Jahr statt. Die Polizei nahm landesweit das Tempo von etwa 190.000 Fahrzeugen in den Blick. Ergebnis: rund 10.000 fuhren zu schnell. Die Ergebnisse der diesjährigen Aktion werden am Donnerstag vorliegen.