Absperrband mit der Aufschrift "Polizei"

Vor etwas mehr als einer Woche wurde eine 53-jährige Frau in Spangenberg getötet. Ihr Mitbewohner war nach der Tat spurlos verschwunden. Nun hat er sich im Ausland der Polizei gestellt.

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Audioseite Festnahme in Den Haag: Verdächtiger stellt sich nach Gewaltverbrechen

Hände in Handschellen auf dem Rücken eines Mannes im Vordergrund des Bildes. Im Hintergrund unscharf daneben ein Polizeiauto.
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Nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Wohnhaus in Spangenberg (Schwalm-Eder) hat sich der mutmaßliche Täter in den Niederlanden gestellt. Es handelt sich um den 24 Jahre alten Mitbewohner der Getöteten, nach dem öffentlich gefahndet wurde.

Der Mann lebte mit dem Opfer unter einem Dach in dem Mehrfamilienhaus im Ortsteil Mörshausen. In Den Haag erschien er am Dienstag kurz nach Mitternacht auf einer Polizeiwache. Der Fahndungsdruck sei offenbar zu groß gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag mit.

Antrag auf Auslieferung gestellt

Die deutschen Behörden, die den Mann noch nicht vernehmen konnten, haben in den Niederlanden einen Antrag auf Auslieferung des Mannes gestellt. Was der junge Mann der niederländischen Polizei bei seinem Erscheinen sagte, war zunächst unklar.

Im Dunkeln liegen auch das Motiv und die Tatumstände. Die 53-jährige Frau war am Morgen des 11. März leblos in ihrer Wohnung gefunden worden. Die Begleitumstände deuteten auf ein Gewaltverbrechen hin.

Verdächtiger soll sofort geflohen sein

Gegen den 24 Jahre alten Mitbewohner ergab sich laut Polizei ein dringender Verdacht. Er soll nach der Tat direkt ins Nachbarland geflohen sein. Da der Verdächtige kein Auto besitzt, gehen die Ermittler davon aus, dass er per Anhalter, Taxi oder Bahn unterwegs war.

Der Mann und die Frau sind nach Auskunft der Polizei nicht verwandt. In dem Mehrfamilienhaus lebt auch der Vater der Getöteten. Wie die 53-Jährige umgebracht wurde, ist unklar.

Sendung: hr4, 19.03.2021, 12.30 Uhr