Ein verurteiltes Mitglied der Sauerland-Terrorzelle soll von Hessen aus in die Türkei abgeschoben werden.

Allerdings stehe noch die Ausstellung eines Passersatzdokuments durch das Generalkonsulat der Türkei in Frankfurt am Main aus, teilte das hessische Innenministerium am Dienstag auf dpa-Anfrage mit. Der Mann sitze inzwischen in Abschiebungshaft.

Zunächst hatte Focus Online über die Abschiebepläne berichtet. Die "Sauerland-Gruppe" wollte Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verüben. Dazu wollten die Islamisten in einer Ferienwohnung im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) Sprengstoff und Bomben herstellen.

Im September 2007 wurde der Mann dort festgenommen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte ihn im März 2010 zu elf Jahren Haft. "Das Land Hessen strebt seine schnellstmögliche Abschiebung in sein Herkunftsland an", teilte ein Ministeriumssprecher in Wiesbaden mit. Der Verurteilte habe seine Strafe seit Oktober 2018 vollständig verbüßt. "Bereits vor diesem Termin wurde auf Gesuch der Vereinigten Staaten von Amerika ein Auslieferungsverfahren betrieben", deshalb habe sich der Mann im Anschluss zur Strafhaft in Auslieferungshaft befunden.