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Die Spurensicherung vor dem Wohnhaus in Mörlenbach. Bild © hr

Wegen der Tötung ihrer beiden Kinder ist ein Zahnarzt-Ehepaar aus Mörlenbach zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Beim Vater wurde zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Mordmotiv war offenbar die bevorstehende Pfändung des Wohnhauses.

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hs

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Wegen Mordes an seinen beiden Kindern ist ein Vater am Mittwoch vom Landgericht Darmstadt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Gegen die mitangeklagte Mutter urteilte die Kammer wegen Beihilfe an der grausigen Tat auf zwölf Jahre Gefängnis.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 59-Jährige den 13 Jahre alten Sohn und die 10 Jahre alte Tochter im vergangenen August in ihrem Elternhaus in Mörlenbach (Bergstraße) erschlagen, erstochen und anschließend die Betten mit den Leichen angezündet hat.

Bei dem Vater wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie ausschließt.

Haus sollte zwangsgeräumt werden

Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 31. August 2018 - jenem Tag, an dem das Haus des insolventen Zahnärzte-Paares zwangsgeräumt werden sollte. Rettungskräfte fanden das Paar am Morgen danach in seinem Auto mit laufendem Motor in der Garage. Die Anklage hielt den gemeinschaftlichen Suizidversuch für inszeniert. Beide hätten sich als Opfer ihrer Insolvenz stilisieren wollen.

Der Verteidiger der Ehefrau hatte auf Freispruch plädiert. Sie behauptete in dem Verfahren, ihr Mann habe die Kinder getötet, als sie kurz aus dem Haus war. Das Familienleben sei um seine Bedürfnisse "herumdrapiert" worden und er habe ihr Vertrauen und ihre Gutgläubigkeit "missbraucht".

Der Anwalt des Vaters hatte eine mehrjährige Haftstrafe gefordert, ohne ein genaues Strafmaß zu nennen. Sein Mandant sei vermindert schuldfähig gewesen, weil er zuvor Schlaftabletten genommen habe. In seinem letzten Wort bereute der Angeklagte die Tat und entschuldigte sich bei seiner Frau.

Sendung: hr-iNFO, 19.6.2019, 13 Uhr