Der rötlich gefärbte Vollmond zwischen einem Baukran und einem Gebäude in der Frankfurter Innenstadt
Der rötlich gefärbte Vollmond zwischen einem Baukran und einem Gebäude in der Frankfurter Innenstadt Bild © picture-alliance/dpa

Bei meist klarem Himmel konnten Schaulustige am Freitagabend ein seltenes Naturschauspiel beobachten: eine totale Mondfinsternis gepaart mit einem besonders hellen Mars. Der Ansturm auf die Aussichtspunkte war groß - und führte in Frankfurt zu einem Verkehrschaos.

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Bei fast wolkenlosem Himmel konnten Himmelsgucker am späten Freitagabend die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts bewundern. Von etwa 21.30 Uhr bis 23.15 Uhr zeigte sich der sogenannte Blutmond in seiner ganzen Pracht.

Überall in Hessen fanden sich Hobbyastronomen und Schaulustige zusammen, um mit bloßem Auge oder per Teleskop das Himmelsspektakel zu verfolgen. Auf dem Dach des Schülerforschungszentrums Nordhessen in Kassel konnten beispielsweise Schüler der Klassen 5 bis 13 das nächtliche Ereignis mit professioneller Ausstattung beobachten.

Schüler und Schülerinnen bereiten sich auf dem Dach des Schülerforschungszentrums in Kassel auf die Mondfinsternis vor.
Schüler und Schülerinnen bereiten sich auf dem Dach des Schülerforschungszentrums in Kassel auf die Mondfinsternis vor. Bild © HessennewsTV

Verkehrschaos in Frankfurt

Besonders die zahlreichen Aussichtspunkte waren beliebte Ziele für Mond-Gucker. Am Lohrberg in Frankfurt etwa war der Andrang so groß, dass dort zeitweise ein regelrechtes Verkehrschaos herrschte. "Das ist wie an Silvester, da oben treffen sich wegen der guten Aussicht alle", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. "Die Kollegen haben von chaotischen Parkverhältnissen berichtet."

Demnach ließen die Himmelgucker ihre Fahrzeuge einfach auf einer Bundesstraße oder auf Obstwiesen stehen. Es habe zahlreiche Beschwerden von Autofahrern gegeben, die ihren Heimweg nicht antreten konnten, weil andere sie zugeparkt hatten.

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Partielle Mondfinsternis über Frankfurt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So entsteht eine Mondfinsternis

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Bei der Mondfinsternis stand die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond - der Vollmond tauchte also in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft. Der Mond leuchtete dabei Blutrot, weil ein Teil des Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre in den Schattenkegel gebrochen wurde.

Und nicht nur das: Unterhalb des verfinsterten Mondes war gut der Mars zu erkennen. Der Rote Planet ist der Erde in diesem Jahr mit etwa 58 Millionen Kilometern Entfernung besonders nah. Zudem stand der Mars der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber. Diese Konstellation, die es nur alle 15 Jahre gibt, ließ ihn am Himmel besonders hell erstrahlen.

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Mars - der rostige Planet

Seine rote Farbe erhält der Mars durch Eisenoxid, das sich auf seiner Oberfläche und in der Atmosphäre verteilt hat. Eisenoxid ist umgangssprachlich als Rost bekannt. Der Rote Planet ist also ein rostiger Planet.

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Die totale Mondfinsternis war mit einer Gesamtdauer von knapp eindreiviertel Stunden die längste in diesem Jahrhundert. Erst am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben.